Am Samstag besuchten wir wieder einmal Landau, die ehemalige Garnisonsstadt an der Queich.
Es war Kaiserwetter und kaum eine Wolke trübte in der Mittagszeit den Himmel über dem Marktplatz vor dem Rathaus.
Jeden Samstag, von 7 bis 14 Uhr, bauen Händler ihre Stände auf dem Rathausplatz auf und präsentieren ein kunterbuntes Sortiment an Lebensmitteln und Blumen.
Außer dem 'klassischen' Angebot findet man hier auch Händler aus dem nahen Frankreich mit ihren Spezialitäten.
Früher war Landau eine elsässische Reichsstadt. Obwohl die Stadt jetzt deutsch ist und zu Rheinland-Pfalz gehört, lebt man hier wie Gott in Frankreich.
Wer einmal die frischen Produkte einer Ferme (Bauernhof) aus dem benachbarten Elsass oder Lothringen auf dem Markt probiert hat, der weiß die Produkte zu schätzen. Ich habe in Chili und Öl eingelegten Ziegenfrischkäse, Bärlauchkäse und Ziegenjoghurt am Stand der Ferme du Steinbach gekauft.
Bei den bunten Blumen aber habe ich nicht zugegriffen, obwohl sie mir gut gefielen. Schließlich musste ich meinen Einkauf noch durch die Stadt tragen und daher habe mich auf das Wichtigste beschränkt.
An mehreren Gemüseständen werden außer den heimischen Produkte der Gemüseanbauer auch Importe aus anderen Ländern angeboten. Die Auswahl ist riesig und es fiel mir schwer, mich zu entscheiden. Letztendlich habe ich Trevisano-Salat (roter Radicchio) aus Italien, frischen Schnittlauch und Löwenzahn gekauft.
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Einige meiner Einkäufe vom Markt. |
Gerne hätte ich noch einige der kleinen, hellgrünen Zucchini und anderes Gemüse aus Italien gekauft, aber ich wusste schon vorher, dass ich nicht zu viel auf einmal kaufen kann, weil ich meine Einkäufe ein Stück weit durch die Stadt tragen muss.
Jedoch konnte ich am Stand eines Brotsommeliers aus dem nahen Edenkoben, der 2015 zum besten Sommelier Deutschlands gewählt wurde, nicht widerstehen und habe ein Stück vom 3000 g schweren Brotlaib gekauft. 500 g kosten 1,90 € und das kräftige Brot duftete herrlich.
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Die ersten blühenden Bäume auf dem Rathausplatz. |
Die Sonnenstrahlen wärmten angenehm und ließen die ersten Zierbäume aufblühen.
Kein Wunder, dass bei diesem schönen Wetter der Marktplatz mit gut gelaunten Menschen gefüllt war. Beim Cafè fand man keinen freien Stuhl mehr; alle Plätze draußen waren besetzt.
Daher besuchten wir ein Stück abseits der Fußgängerzone ein anderes Cafè.
Landau wird auch "die Künstlerstadt" genannt. Zu Ehren der Malerfamilie Croissant wurde ein Gemälde-Archiv eingerichtet, in dem die Werke aus dem Nachlass der Künstler-Familie zusammengetragen und ausgestellt werden.
In den unteren Räumen, dem ehemaligen, restaurierten Maler-Atelier, wurde ein Café eingerichtet. Man sitzt wunderschön in den hellen, luftigen Räumen und genießt einen Imbiss, dazu eine Tasse Tee oder Kaffee.
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Das Atelier Croissant, ein Künstlercafé. |
Bei einer Butterbrezel und einer Tasse Cappuccino konnten wir uns entspannen.
Danach brachten wir unsere Einkäufe vom Markt ins Auto und liefen zurück in die Fußgängerzone.
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Trubel auf dem sonnigen Marktplatz. |
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Die Fußgängerzone rund um den Marktplatz. |
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Kaiserwetter über der Stadt Landau. |
Sie erstreckt sich über Straßen und Gassen der Altstadt rund um den Rathausplatz. Hier sind viele kleine und spezielle Geschäfte, aber auch Drogeriemärkte und Boutiquen.
Bei schönem Wetter macht Einkaufen noch mehr Spaß und man gibt gerne den einen oder anderen Euro aus. 😉
Zuletzt haben wir das Haus zum Maulbeerbaum besucht. Das 700 Jahre alte Gebäude wird dank eines Denkmalvereines restauriert. Bis zum Jahr 1322 war es ein Adelshof, danach bis 1488 Eigentum des Klosters Klingenmünster, bis 1671 eine städtische Herberge und nach einem Großbrand im Jahr 1689 versank es in Schutt und Asche. Es wurde auch wieder von einer jüdischen Familie aufgebaut und als Lager genutzt.
Nach einem Leerstand verfiel das Anwesen und etwa zur Jahrtausendwende drohte der Abriss. Damals bildete sich eine Bürgerinitiative zum Erhalt des historischen Gebäudes und erreichte, dass die Stadt Landau das Gebäude übernahm und mit der Sanierung begann.
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Das historische Haus zum Maulbeerbaum. |
Im Innenhof und im Untergeschoß des Hauses befindet sich ein Flohmarkt, der aber echt gruselig ist.
Schon außen im Hof sah es schauerlich aus, aber drinnen wurde das Ganze noch getoppt durch einen Modergeruch des alten Hauses und die hoch aufgetürmten, eingestaubten Gegenstände aus der Vergangenheit. Niemand hat hier jemals etwas aussortiert oder weggeschmissen. Man kann zwar alles kaufen, aber ich bin kein Freund von solchem Trödel.
Mit einem gruseligen Schauer bin ich durch die Räume gelaufen, vorbei an aufgestapelten Dingen und war froh, als ich wieder den Weg raus ins Freie fand.
Nach diesem Gruselkabinett suchten wir, ein wenig abseits der vielen Leute, ein Lokal mit Sitzplätzen im Freien auf, um uns zu stärken und danach schlenderten wir zurück zum Parkplatz.
Dabei kamen wir einen renovierten Platz vorbei, an dem neue Wohnungen entstanden sind. Die Innenstadt von Landau besteht aus vielen solcher Plätze, die an französische Städte erinnern. Bis zum Jahr 1816 gehörte Landau zu Frankreich und war lange noch eine französische Garnisonstadt.
Man sieht in Landau viele Jugendstilgebäude, beispielsweise die Festhalle und das Landgericht. Im Zweiten Weltkrieg blieb Landau von Zerstörungen verschont. So konnten viele historische Gebäude erhalten werden.
Nach dem Abzug der Franzosen im Jahr 1999 standen viele Gebäude des ehemaligen Kasernengeländes leer; sie wurden umgebaut und einer zivilen Nutzung zugeführt.
Die Wohnungsmieten in Landau sind mit die höchsten in unserer Region und es herrscht eine hohe Nachfrage.
Inzwischen hatten Wolken die Sonne verdeckt und es wurde auch etwas kühler.
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Daheim konnte ich noch einige Zeit von dem schönen Tag in Landau zehren, denn die dort gekauften Spezialitäten haben unseren Speisezettel bereichert.
Liebe Grüße von der Pfälzerin