Mittwoch, 17. Juni 2026

Schachbrettfalter


Bei einer Wanderung im Bliesgau haben wir Dutzende von Schachbrettfaltern (Melanargia galathea) gesehen.

Die Weibchen sitzen auf den Blüten von Flockenblumen, Skabiosen und Kratzdisteln und trinken Nektar. Die Männchen flattern herum und suchen aktiv nach einem Weibchen.

Abends wählen die Falter einen Schlafplatz und hängen kopfüber in Gräsern.

Die Weibchen lassen nach der Paarung die Eier einfach auf den Boden fallen und die jungen Raupen gehen nach dem Schlüpfen in Winterruhe. Im  Folgejahr ab März fressen sie nachts an Gräsern und verpuppen sich als kleines Gespinst am Boden liegend. Ab dem Frühsommer schlüpfen die Falter und es flattert erneut eine Schmetterlings-Generation an den Blüten herum.























Naturgrüße von der Pfälzerin   🦋

Dienstag, 16. Juni 2026

Ein geisterhaftes Naturphänomen

Gespinste an einem Strauch.

Der Anblick war gespenstig, aber die Raupen sind ungefährlich. Beim Wandern habe ich etliche Sträucher und kleine Obstbäume mit einem weißen Gespinst entlang eines Wirtschaftsweges gesehen. Meine App verweist auf die Pflaumen-Gespinstmotte (Yponomeuta padella). Beim Nachlesen in diversen Veröffentlichungen im www hat sich dies auch bestätigt.

Diese Gespinstmotten sind kleine, nachtaktive Falter. Sie legen ihre Eier im August an Sträuchern und Bäumen ab. Nur millimetergroße Raupen schlüpfen und überwintern im Strauch. Im späten Frühjahr beginnt ihre große Freß-Party, bei der Blattknospen angefressen und Gespinste als Schutz vor Regen und Freßfeinden angelegt werden. Unter dem schützenden Schleier fressen die Raupen bis etwa Mitte Juli den Strauch kahl. Dann schlüpfen weiße, schwarzgepunktete Falter. 

Die befallenen Sträucher schauen zwar traurig aus, aber letztendlich schadet der Kahlfraß dem Gehölz nicht. Nachdem sich die Raupen verpuppt haben, wird es sich wieder erholen und neue Triebe bilden. Die adulten Falter bleiben nicht in ihrem Wirtsbaum. Sie suchen sich für den nächsten Nachwuchs andere Wirtsbäume aus und dann beginnt der Kreislauf von vorne.







Naturgrüße von der Pfälzerin    🐛🐛🐛

Montag, 15. Juni 2026

Nähen ist wie Zaubern können

Ein neu gekauftes Leinenkleid musste um 10 cm kürzer werden und ich scheute die Fahrt in die Stadt zur Änderungsschneiderei.

Das bisschen Saum nähen bekomme ich gerade noch hin, dachte ich mir. Allerdings, gerade sollte der Saum schon sein. Deshalb gab ich mir viel Mühe mit dem Abstecken und dem Kürzen des Stoffes. 🤓

Meine alte Singer-Nähmaschine (Modell von 1978, immerhin schon elektrisch) 😉kommt nur selten zum Einsatz. Dabei habe ich früher in der Schule mal das Nähen gelernt. Später versuchte ich mich im Nähen einer Baumwollbluse. Dabei stellte ich fest, dass ich leider zwei linke Hände beim Werkeln mit Stoffen habe und die Nähmaschine wurde nur selten benutzt.

Kurz nachdem wir in eine eigene Wohnung gezogen waren, brauchte ich sie zum Säumen von Gardinen und zum Flicken der Arbeitskleidung von Herrn Pfälzer und dem Schwiegervater. Im Aufnähen von Flickstücken bin ich richtig gut. 😂 Allerdings kaufte ich für unsere Kinder dann doch lieber aufbügelbare Flicken für die Hosen, die ständig an den Knien kaputt gingen.

Langer Rede kurzer Sinn, ich holte nach -zig Jahren mal wieder meine Nähmaschine herbei, um den Saum des Leinenkleides ordentlich kürzen zu können. Leider hatte ich kein grünes Nähgarn in der Garnrollen-Sammlung. 🤔 Diese kam im Laufe der Jahre zusammen, weil ich bei Haushaltsauflösungen in der Verwandtschaft Häkel- und Stricknadeln, sowie Nähgarn mitgenommen und gehortet habe. Man weiß ja nie, wann man das alles mal braucht. 🙄 Wo kann man heutzutage noch Nähgarn kaufen? 🤔

Früher wäre ich in die Kurzwarenabteilung eines Kaufhauses oder in einen Stoffladen gegangen und hätte es dort gekauft, aber beides gibt es bei uns in der benachbarten Stadt nicht mehr. 🙁

Kaum zu glauben, ich musste dunkelgrünes Nähgarn online bestellen und es dauerte dann noch einige Tage, bis es mit der Post angekommen war.

Dann konnte ich endlich loslegen und ich habe gezaubert. Das Kleid ist ordentlich gekürzt und niemand merkt, wie viel Mühe mir dies bereitet hat. 🙂

Übrigens, in der Änderungsschneiderei hätte man mir dies für 8 € schnell gemacht. Aber ich wollte es halt mal wieder selbst versuchen 😇 und stellte fest, dass ich dem Umgang mit der Nähmaschine nicht verlernt habe. Nun kommt sie nicht mehr auf den Speicher, sondern bleibt griffbereit in der Kammer stehen.





Kommt alle gut in die neue Woche.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🧵🪡

Freitag, 12. Juni 2026

Die Früchte der Felsenbirne


Bestimmt kennt Ihr alle die Felsenbirne, ein Gehölz mit natürlichem Charakter, das im Frühling zarte, helle Blüten trägt?

Wegen des lockeren Wuchses ist dieser Strauch auch in kleineren Gärten oft zu sehen. In der Stadt wachsen Felsenbirnen in großen Pflanzkübeln.

Was viele nicht wissen: Die Früchte der Felsenbirne sind essbar und lassen sich gut zu Marmelade oder Likör verarbeiten. Im Mittelalter war sie eine beliebte Heilpflanze und das zähe Holz wurde auch zu Spazierstöcken verarbeitet.

Ich konnte die Früchte der Felsenbirne nun zum allerersten Mal selbst probieren und fand sie echt lecker. Vom Aussehen und vom Geschmack her erinnern sie an Heidelbeeren. Sie schmecken süß und fruchtig.

Im Herbst wird sich der Strauch mit bunten Blättern schmücken und warme Farben in den Garten bringen. 









Kommt alle gut ins Wochenende.

Naturgrüße von der Pfälzerin    🐛  🪳 🌳

Donnerstag, 11. Juni 2026

Wanderung auf dem Orchideenpfad im Bliesgau - Teil 3

 


Eine Wiese mit Färber-Ginster, Wiesen-Salbei und Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea).

Wir wanderten am vergangenen Sonntag auf dem Rundweg 'Orchideenpfad' im Bliesgau. In zwei Teilen habe ich Euch schon gezeigt, was ich dort alles entdeckt habe.

Heute zeige ich Euch die letzte und für mich schönste Etappe des Rundweges.

Wir entschieden uns an einer Wegekreuzung, nicht zum Kalkquellsumpf zu gehen, sondern weiter dem Rundweg Orchideenpfad zu folgen. Wegen einer Arthrose in den Knien bin ich leider beim Wandern etwas eingeschränkt und muss auf die Wegstrecke achten.


Eine Wiese voller blühender Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea).


Mit solch einer Blütenpracht von Orchideen hatte ich nicht gerechnet.

Färber-Ginster und Händelwurz, ein bezaubernder Anblick.


Am Rand einer Wiese entdeckte ich eine Hummel-Ragwurz (Ophrys fuciflora).


Hier wächst auch die Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum).


Nach einem Waldstück kam wieder eine Wiese und hier wächst Breitblättriges Wollgras (Eriphorum latifolium).



Immer wieder sehen wir Schachbrettfalter (Melanargia galathea), die vor allem auf roten und lila Blüten sitzen.


Bunte Kronwicke (Securigera varia).


Eine weitere Wiese mit Färber-Ginster und Wiesen-Salbei.


Eine Wiese voller Färber-Ginster.

Blassgelber Klee (Trifolium ochroleucon).


Noch einmal bestaune ich die vielen Orchideen, die hier blühen.


Wie man im Flyer sehen kann, blühen Orchideen zu unterschiedlichen Zeiten. Wir haben uns fest vorgenommen, demnächst noch einmal hierher zu kommen.

Der Rundweg Orchideenpfad endet am kleinen Rastplatz; hier sind wir auch losgegangen. Die Wegstrecke mit ungefähr 2 Kilometern hat etliche Steigungen und auf dem schmalen Pfad mussten wir immer wieder anderen Wanderern ausweichen. Unser nächster Besuch wird an einem Wochentag sein und wir hoffen, dass dann weniger Leute unterwegs sind.

Von hier aus gingen wir wieder eineinhalb Kilometer zurück nach Herbitzheim. Dort an der Kirche auf dem Parkplatz hatten wir das Auto stehen.

Leider gibt es keine Möglichkeit, näher ans Orchideengebiet zu fahren. Schlecht für meine schmerzenden Knie, aber gut für die Natur!

Naturgrüße von der Pfälzerin   🦋

Mittwoch, 10. Juni 2026

Wanderung auf dem Orchideenpfad im Bliesgau - Teil 2

Pyramiden-Knabenkraut (Anacamptis pyramidalis).

Es geht weiter mit einem Bericht über unsere Sonntagswanderung im Bliesgau. Wir wanderten auf dem Rundweg 'Orchideenpfad' beim saarländischen Ort Gersheim.


Am Orchideenpfad befinden sich mehrere Stationen mit Informationen.
Hier stehen wir an einer Stelle mit einem Überblick über die Kulturlandschaft des Bliesgau.


Färber-Ginster (Genista tinctoria).


Nach einem Aufstieg erreichen wir eine Station, die über die verschiedenen heimischen Orchideen informiert.

Pyramiden-Knabenkraut (Anacamptis pyramidalis).


Der Weg führt im ersten Drittel einen Hang hoch, vorbei an alten Weinbergmauern.
Sitzbänke laden zum Verweilen ein.


Zwischen den Kalksteinfelsen wachsen trockenheitsverträgliche Pflanzen.
Hier habe ich auch den Stein-Storchschnabel (Geranium columbinum) gesehen.


Weichwanze (Hadrodemus m-flavum) auf Weiße Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria).

Gefleckter Schmalbock (Rutpela maculata), ebenfalls auf Weißer Schwalbenwurz.
Unterwegs haben wir riesige Bestände der Weißen Schwalbenwurz gesehen. 
Das sind für Insekten wertvolle heimische Stauden, die einen sonnigen Standort brauchen.

Eine Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia).


Noch weiter droben auf dem Berg befindet sich eine weitere Info-Station mit herrlichem Ausblick.

Der Orchideenpfad führt durch ein Waldstück.
Der schattige Wald war nach dem sonnigen Aufstieg sehr angenehm.

An dieser Wegekreuzung mussten wir entscheiden, ob wir noch zum Kalkquellsumpf wollen und dann wieder zurück zum Orchideenpfad, oder lieber weiter dem Rundweg folgen.
Wir haben uns dem Sumpf für einen weiteren Besuch aufgehoben.

Das war Teil 2 meines Berichtes von unserer abwechslungsreichen Wanderung auf dem Orchideenpfad  bei Gersheim.

Der letzte und schönste Teil kommt noch, lasst Euch überraschen!

Naturgrüße von der Pfälzerin  🦋

Dienstag, 9. Juni 2026

Wanderung auf dem Orchideenpfad im Bliesgau

Schachbrettfalter auf Pyramiden-Knabenkraut.

Eine besonders interessante Wanderung erlebten wir am Sonntag auf dem Orchideenpfad im saarländischen Gersheim. Die Idee dazu kam von einem Flyer, den wir kürzlich in Gräfinthal mitgenommen hatten.

Wir parkten auf dem Wanderparkplatz an der Kirche in Herbitzheim im Bliesgau und liefen weiter auf einem Landwirtschaftsweg, ungefähr eineinhalb Kilometer in Richung Gersheim. Dort beginnt der Rundweg 'Orchideenpfad'.

Man sollte für den Rundweg im Orchideengebiet halbwegs gut zu Fuß sein, denn der Pfad ist schmal und führt über unbefestigte Wege und kleinere Steigen, bergauf und bergab.

Es war für mich eine der schönsten Wanderungen in diesem Jahr. Was wir alles entdeckt und bestaunt haben, zeige ich Euch gerne.




Der Bliesgau bei Gersheim.






Die erste interessante Entdeckung: Ein Grüner Scheinbockkäfer (Oedemera nobilis).


Die erste Orchidee wurde gesichtet: Eine Bienen-Ragwurz (Ophyris apifera).


Auffallend viele Falter flatterten herum.
Es sind Schachbrettfalter (Melanagia galathea).


Wir erreichen eine Wiese voller Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und Knabenkraut.


An diesem Tag sahen wir Dutzende Schachbrettfalter, vor allem auf roten und lila Blüten.

Ende von Teil 1. Morgen geht es weiter mit dem Beitrag über meine Entdeckungen auf dem Orchideenpfad.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🦋