Montag, 18. Mai 2026

In den Weinbergen bei Billigheim im Landkreis Südliche Weinstraße

Kurz vor Billigheim-Ingenheim, einem ca. 1.300 Jahre altem Weindorf und gleichzeitig einer der ältesten Ansiedlungen in der Südpfalz, haben wir am vergangenen Freitag auf der Heimfahrt von Landau angehalten. Der Regen machte gerade eine Pause und wir spazierten ein Stück weit durch die Weinberge.

Wir stehen hier am Rand der Rheinebene und in der Ferne kann man die Silhouette des Haardt-Gebirges erkennen, das ist die südliche Grenze unseres Pfälzerwaldes. Der höchste Berg ist die Kalmit mit 673 m ü. NHN.

Leider hat das Wetter während unseres Spazierganges durch die Weinberge nicht gehalten; es kam bald der nächste Schauer. So kann ich Euch auch nicht das malerische Weindorf zeigen, denn bei heftigem Regen lohnte sich ein Besuch dort nicht. Das werde ich aber demnächst nachholen.


Tief Doreen schickt schier endlosen Nachschub an Wolken.

Wir spazieren durch die Weinberge.

Am Horizont befindet sich die Bergkette des Haardtgebirges.

Weinberge sind Teil dieser Kulturlandschaft.

Die Reben-Blüte beginnt. 


Im Vordergrund ein Maisfeld und am Himmel dunkle Wolken.



Wir mussten den geplanten Besuch im Weindorf Billigheim-Ingenheim streichen,
denn außer starkem Regen begann es auch noch zu graupeln.

Kommt alle gut in die neue Woche.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌦️

Freitag, 15. Mai 2026

Naturfunde im Mai

 

Achtung: Hungriger Baum.


Bei unseren Ausflügen und Wanderungen suche ich nach Pflanzen und Insekten und versuche, sie mit Hilfe von Apps zu bestimmen.

Gerade jetzt im Frühling, wenn die Wildstauden ihr Blattwerk ausbilden und noch keine Blüten haben, sind sie meistens für mich nicht einfach zu erkennen. Hilfe bekomme ich von den Apps Flora Incognita und Obsidentify. Ich muss nur eine der beiden Apps öffnen und Bilder von Pflanzen oder Insekten machen, dann wird mir in den allermeisten Fällen sofort deren Namen angezeigt. Nur selten kann eine der Apps einen Fund nicht bestimmen.

Hättet Ihr die nachfolgenden Pflanzen und Insekten ohne Hilfe benennen können?


Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus).

Edelkastanie (Castanea sativa).

Erzgrüner Gras-Schnellkäfer (Cidnopus aeruginosus).

Gewöhnlicher Odermennig (Agrimonia eupatoria).

Gewöhnlicher Rainkohl (Lapsana communis).

Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis).

Gewöhnliches Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris).

Grüne Langhornmotte (Adela reaumurella).

Rotbauchiger Laubschnellkäfer (Athous haemorrhoidalis).

Keusche Kuckuckshummel (Bombus vestalis).

Schwarzrückige Gemüsewanze (Eurydema ornata).


Sumpf-Segge (Carex acutiformis).


Turmkraut (Turritis glabra).


Ohne die Hilfe der Bestimmungs-Apps hätte ich nur die beiden folgenden Pflanzen sicher bestimmen können, allerdings ohne wissenschaftlichen Namen. Den hat mir nämlich auch die App verraten.


Knoblauchsrauke mit Schwebfliege.

Maiglöckchen (Convallaria majalis).


Herr Pfälzer sagt manchmal, wenn er geduldig wartet, bis ich meinen Fund dokumentiert habe, dass ich besser einen wissenschaftlichen Beruf im Bereich Botanik erlernt hätte. Recht hat er! Das wäre bestimmt spannender gewesen, als fast 50 Jahre im Büro zu sitzen. Immerhin kann ich nun Studien der Natur in der Rentenzeit als Hobby betreiben.

Kommt alle gut ins Wochenende.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌿  🐛  🐜

Donnerstag, 14. Mai 2026

Kleine Besucher im Garten

Es hat am Sonntagabend ordentlich geregnet, sogar regelrecht geschüttet. Bei uns sind binnen kurzer Zeit 60 Liter Wasser auf den Quadratmeter gefallen und die Regenwassertonne ist bis zum Rand gefüllt. Seither regnet es täglich. Die Natur braucht den Regen, aber mir würde es nun reichen.

Die Eisheiligen sind am Wüten und Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und morgen am Freitag die Sophie, auch kalte Sophie genannt, brachten wieder kühles Wetter. Bis zum Wochenende sollte die schlimmste Kälte vorbei sein.

🌬️  ⛈️  🌦️

Ich konnte im Mai etliche kleine Besucher im Garten begrüßen. 


Hummel auf einer Blüte der Bergflockenblumen.


Zottiger Bienenkäfer auf einer Löwenzahnblüte.


Waldbrettspiel auf einem Tulpenblatt.


Rotschopfige Sandbiene auf den Blüten des Aroniastrauches.


Maikäfer sind seltene Besucher bei uns.
Früher sah man sie massenhaft an Laubbäumen sitzen, aber inzwischen kommen sie nicht mehr häufig vor.

Habt alle einen schönen Feiertag. Heute sind die Väter mit Feiern dran; einige ziehen bei uns mit dem Bollerwagen voller Proviant durch den Wald. Ich wünsche ihnen einen halbwegs trockenen Vatertag.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌲🌲🌲

Mittwoch, 13. Mai 2026

Eine Ausländerin in unserem Dorf - ein kleiner Rundgang

 


Diese stattliche Chilenische Schmucktanne (Arauicaria auraucana) ziert einen Vorgarten in unserem Dorf. Sie stammt ursprünglich aus den Bergwäldern der Anden, wächst sehr langsam und legt jährlich nur eine 'Etage' zu. Der Baum steht hier schon mehrere Jahrzehnte.

🌄

Ich stehe im Bereich des Schulgeländes, dessen vier Gebäude rechts und links neben der Straße stehen. Das Hauptgebäude am Dorfplatz ist genauso alt wie ich. Es wurde in meinem Geburtsjahr eingeweiht.

Weil gleichzeitig die Protestantische Kirche renoviert werden musste, fand in diesem Jahr vorübergehend der Gottesdienst in der neuen Schule statt. So kam es, dass ich im (damals neuen) Schulgebäude getauft wurde.


Das Hauptschulgebäude am Dorfplatz.
Leider steht es nun leer und nur die Turnhalle und das Lehrschwimmbad werden noch für den Schulunterricht genutzt.

Von der oberen Schulstraße aus habe ich einen freien Blick auf das Oberdorf. Die Protestantische Kirche steht genau in der Mitte zwischen Ober- und Unterdorf. Auf dem Berg stand einst eine mittelalterliche Burg. Heute ist es eine Ruine und es sind nur noch Mauerreste und kleine Kellergewölbe vorhanden. Auch die Gaststätte dort droben im ehemaligen Burgkeller ist geschlossen, ebenso das Burgeninformationszentrum. Alles müsste renoviert werden, aber woher das Geld nehmen?





Unser Dorf liegt auf einer Höhe von ca. 350 Höhenmetern und ist von Wald umgeben, der teilweise bis ins Dorf reicht. Viele Häuser sind jetzt im Mai vom Grün eingerahmt.





Das war ein kleiner Rundgang im Unterdorf. 

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌄

Dienstag, 12. Mai 2026

Die Natur darf mitgestalten

Gamander-Ehrenpreis hat sich im Garten breit gemacht und strahlt mich mit seinen blauen Blüten an.





Ich lasse die Blümchen wachsen. Sie fühlen sich sichtlich wohl. Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) ist eine heimische Pflanze, die sich mit Samen und Ausläufern schnell vermehrt. Sie zählt zur Familie der Wegerich-Gewächse. Es wird beschrieben, dass sie eine Pollenquelle für mehrere Arten von Wildbienen sei und Raupenfutter für Schmetterlinge liefert.


🐝  🐜  🐛


Eine weitere Pflanze aus der Wegerich-Familie wächst im Rasen. Quendel-Ehrenpreis (Veronica serpyllifolia) hat eher unscheinbare Blüten. Ich muss mich bücken und genau hinschauen, um die zarten Blümchen zu erkennen.

 



Für mich ist unser Garten eine Quelle ständiger Entdeckungen. Er versorgt uns mit Obst, Beeren und Kräutern und macht mich neugierig auf das, was auch ohne Einladung hier wächst.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌱🌼🌿

Montag, 11. Mai 2026

Noch mehr Maigrün

 


Am Samstag machten wir bei einer Fahrt am frühen Abend eine Pause und hielten dafür an einem Weiher an. Die Luft war mild und die Abendsonne schien zwischen den inzwischen dicht belaubten Bäumen auf den Waldboden.



Der Weiher liegt im Sauerbachtal, gleich neben der Landstraße, zwischen Fischbach und Eppenbrunn im Pfälzerwald. Auf der Straße rauschten Autos und Motorräder vorbei. Die Kehren verlocken zum sportlichen Fahren. Wir standen eine Weile still da und schauten auf das Wasser, das mit Pflanzen bedeckt ist.

Dann entdeckte ich einen Weg in ein Waldstück hinter dem Weiher und es zog mich förmlich in den vom Streulicht beschienenen Wald voller Farne. Hier war von den Fahrzeugen kaum noch etwas zu hören, aber die Vögel zwitscherten und Schmetterlinge torkelten herum.

Ich folgte dem Pfad ...




Man meint, jeden Augenblick würde ein Saurier durch den Wald preschen.
Die Bäume und der Farn sorgen für eine Urzeit-Stimmung.

... und bestaunte die saftig grünen Farne. Den Gewöhnlichen Wurmfarn kenne ich; seine Blätter haben zunächst eine Schneckenform, ehe sie sich zu einem Wedel entrollen.


Gewöhnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas).

Ich sah aber auch Farne, die mit seltsamem Geschnörkel ihre Wedel entfalteten, das irgendwie chaotisch wirkte. Das ist Kamm-Wurmfarn (Dryopteris cristata). Die fertig ausgebildeten Wedel sind dem Gewöhnlichen Wurmfarn ähnlich und ich könnte die beiden Arten kaum voneinander unterscheiden, wenn da nicht die seltsame Form im Knospenstadium wäre.




Kamm-Wurmfarn (Dryopteris cristata).

Der Weg führt zu einem Jäger-Hochsitz und dahinter befindet sich eine Waldwiese. Schön friedlich war es hier und rund um uns herum alles grün. 




Über mir scheint die Abendsonne in den Baumwipfel einer mächtigen Birke
und lässt die Blätter hellgrün aufleuchten.

So schwer es mir auch fiel, wir mussten wieder zurück laufen. Noch einmal durchquerten wir den urzeitlich anmutenden Wald mit den Farnen und gelangten wieder zum Weiher.


Rispen-Segge (Carex paniculata) bildet grüne Inseln am Rand des Weiher.

Auf dem Boden lag etwas Seltsames, das wie eine aufgeplatzte Wurst ausschaute. Was ist denn das? Vorsichtig untersuchte ich das weiche Gebilde und ein Blick in Richtung Wasser zeigte mir die Lösung.


Fruchtstand des Breitblättrigen Rohrkolbens (Typa latifolia).
Die hellbraunen Nussfrüchte mit den weißen Haaren schauen aus wie Watte.
Wahrscheinlich hat der Sturmwind diesen Samenballen vom Stängel geweht.


Der mit Wasserpflanzen bedeckte Weiher und im Vordergrund ein Breitblättriger Rohrkolben mit Fruchtstand.

Es wird Zeit für die Heimfahrt. Wir müssen noch ein Stück weit durch den Wald fahren. Ich habe mir vorgenommen, in Zukunft öfter mal anzuhalten und einige Schritte durch die Natur zu laufen, die gleich neben der Straße einzigartig schön und idyllisch ist.

Kommt alle gut in die neue Woche.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌳🌱🌿