Dienstag, 28. April 2026

Ein kleiner Krimi im Garten

Ich saß gestern in der Mittagszeit vor einer Löwenzahnblüte im Garten und versuchte mich an einer Nahaufnahme. Mich fasziniert das puschelige Gelb.



Plötzlich kam eine Wildbiene herbei geflogen und setzte sich genau auf 'meine' Blüte.



Ich beobachtete das Insekt, während es mühsam durch die Blüte kroch.



Unverhofft kam eine andere Biene angeflogen und attackierte 'meine' Biene heftig.



Es kam zu einem Ringkampf der beiden Bienen, wobei der Angreifer sehr aggressiv war und die andere Biene ziemlich bedrängte.



Schließlich gelang es der ersten Biene, sich zu befreien. Sie flog weg und setzte sich ein Stück entfernt auf eine andere Blüte. Die Angreiferin flog ebenfalls weg und zwar in eine andere Richtung.



Es gab einen Augenzeugen, der das Geschehen genau verfolgte. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer saß daneben und schaute zu.



Wir haben ein altes Puppenhaus zum Insektenhotel umgewidmet. Es hängt am Holzschuppen mit der Öffnung in Richtung Süden und wird seit vielen Jahren von den Wildbienen angenommen.

Wir alle schauen gerne dem Gesummse zu, wenn wir in der Nähe sind. Wobei nicht alle Besucher friedfertig sind. Seit einigen Tagen beobachten wir die Gemeine Keulenwespe, einen Wildbienen-Parasiten. Sie legt ihre Eier dort ab, wo Wildbienen nisten. Die Larven fressen die Bienenlarven und deren Pollenvorrat auf und entwickeln sich anstelle der Wildbiene.


Ein verwittertes Puppenhaus aus Holz dient als Insektenhotel.


Gemeine Keulenwespe.




Mauerbienen beim Nestbau.

Nach dem kleinen Drama konnte ich die 'friedfertige' Biene an der Löwenzahn als Rostrote Mauerbiene identifizieren. Die Angreiferin ist eine Hahnenfuß-Scherenbiene. Beide Arten sind wohl frisch aus den Röhren des Insektenhotels geschlüpft und hatten Hunger.

Warum die Scherenbiene angegriffen hat, ist mir ein Rätsel. Sie besucht eigentlich nur Hahnenfußblüten und geht normalerweise nicht an den Löwenzahn.

Damit diese Insekten Futter finden, dürfen im Garten derzeit alle Wildblumen blühen, auch der lästige Hahnenfuß. Die Nachbarwiese wurde leider bis auf die Grasnarbe abgemäht. Dort blüht nichts mehr und Bienen würden verhungern oder müssten weg fliegen.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🐝🐝🐞

Montag, 27. April 2026

Wanderung zur Rösselsquelle bei Ludwigswinkel

Frohgemut beobachtete ich die Natur im Frühlingskleid, während wir auf weichem Weg durch das Tal gingen. Nie mehr werden die Grüntöne in so vielen Facetten zu sehen sein, wie jetzt im Frühjahr. Ein süßer Blütenduft verrät, dass im Wald schon die Maiglöckchen blühen und auch die Heidelbeersträucher sind voller kleiner, unscheinbarer Blüten. Farne entrollen ihre Wedel, die wie kleine Schnecken ausschauen.



Unsere Tour startete am Sägemühlweiher am Ortsrand von Ludwigswinkel in der Südwestpfalz. Der von uns gewählte Rundweg durch das Naturschutzgebiet verläuft ohne Steigungen. Er führt zunächst durch den Wald, vorbei am Rösselsweiher und dann weiter durch ein Wiesental bis zur Rösselsquelle. Anschließend liefen wir auf einem Weg am Berghang wieder zurück zum Startpunkt. 

Wir waren ungefähr zwei Stunden unterwegs und haben dabei eine Strecke von knapp 4 Kilometern zurückgelegt. Längeres Gehen ist wegen meiner Arthrose in den Knien leider nicht möglich. Wir blieben auch immer wieder stehen, um Pflanzen und Insekten zu beobachten. 


Start der Rundwanderung am Sägemühlweiher in Ludwigswinkel.


Malerisch liegt dieser Weiher am Ortsrand.


Ein Stück weiter kommen wir zum Rösselsweiher.


Wir nehmen die Einladung zum Sitzen auf der urigen Bank an.


Vor uns liegt der Rösselsweiher, der diesem Naturschutzgebiet den Namen gab.


Weiter führt uns der Weg durch das Tal.


'Sie haben ihr Ziel erreicht'. Wir sind an der Rösselsquelle angekommen.


Dank der Finanzierung einer Stiftung konnte die Quelle in Stein eingefasst werden.


Ich nehme Platz auf einer der Traumbänke und schaue in den blauen Himmel.







Hier steht ein Ritterstein, der an untergegangene Siedlungen oder wichtige Orte erinnert.
Es ist der Stein Nr. 192.

Zwei Stunden später sind wir zurück in Ludwigswinkel am Sägemühlweiher.
Schää war's mal wieder!


Ludwigswinkel liegt direkt an der deutsch-französischen Grenze. Wenn man einer schmalen Straße durch den Wald folgt, dann erreicht man die Bremmendelle auf französischem Gebiet. 'La Bremmendell' ist ein französischer Campingplatz mit Restaurant, das für seinen leckeren Flammkuchen bekannt ist. 

Wären wir dort eingekehrt und liefen anschließend mit einem Elsässer Schoppen Wein intus zurück nach Ludwigswinkel, dann hätte ich mich erschrocken. Ist das denn eine Elwetritsch? Das vogelähnliche Fabeltier der Pfalz ist scheu und lebt im Unterholz.

So aber konnte ich gleich erkennen, dass es sich hier nur um einen seltsam geformten Ast handelt.



Kommt alle gut in die letzte Woche des Monats April und genießt weiterhin den Frühling.

Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin

Freitag, 24. April 2026

Löwenzahnblütenhonig selbst gemacht

Löwenzahnblüten, so weit das Auge blickt.

 





Ungefähr einhundert Löwenzahnblüten werden sorgfältig verlesen und das untere Ende abgezupft. Damit die Pollen erhalten blieben, dürfen die Blüten nicht gewaschen werden.

Die abgezupften Blüten habe ich in einen Kochtopf gegeben, dazu 300 ml Wasser, den Saft und den Abrieb einer halben Zitrone. Diese Mischung durfte 15 Minuten köcheln und anschließend 24 Stunden lang (oder zumindest über Nacht) durchziehen.

Am nächsten Tag wird die Blüten-Wasser-Mischung abgesiebt und die Flüssigkeit mit 500 g Zucker vermischt. Unter Rühren und ständiger Beobachtung soll das Ganze nun eine knappe Stunde köcheln. Dabei verdickt sich die Zucker-Saft-Mischung. Eine Tropfenprobe auf einem Keramikteller zeigt beim Abkühlen, wann die Konsistenz richtig ist; sie sollte etwas dickflüssig sein, wie Honig.

Ist die Probe zur Zufriedenheit ausgefallen, wird der Sirup kochend heiß in Gläser abgefüllt. Bei mir ergab dies vier kleine Gläser voll mit köstlich duftendem 'Blütenhonig'.

Er kann genauso verwendet werden wie Bienenhonig; ich verwende ihn als Süße bei Desserts oder im Tee.





Am Montag wurde in der ARD eine interessante Sendung ausgestrahlt. Deutschland, deine Gärten mit Maria Furtwängler. In der Mediathek kann man diesen Beitrag noch mindestens ein Jahr lang anschauen. Er dauert 45 Minuten und zeigt, wie mit wenigen Mitteln ein Garten insektenfreundlich gestaltet werden kann.
Wenn Ihr den Link anklickt, gelangt Ihr zur Mediathek der ARD.

Nun ist schon wieder eine Woche vergangen und das Wochenende steht an. Habt alle eine schöne Zeit!

Frühlingsgrüße von der Pfälzerin   🌿🌱🌸

Mittwoch, 22. April 2026

Eine Fahrt in den Frühling



Es war wie ein Ausflug in eine andere Welt, als wir am Sonntag eine Spazierfahrt durch die Region des nördlichen Elsass machten. Die Natur hat sich dort viel stärker in Richtung Frühling entwickelt, als bei uns im kühleren Pfälzerwald.

Auf einer Anhöhe hinter Lobsann (Gemeinde in Frankreich) hielten wir an, um den grandiosen Blick auf die blühenden Rapsfelder in Ruhe genießen zu können. Die gelben Blüten leuchteten in der Sonne und der Blütenduft kitzelte in der Nase. 


Die Höhe bei Lobsann in Frankreich.




Lobsann in Frankreich zählt, ebenso wie unser Wohnort in Deutschland, zum Biospärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord und liegt 14 Kilometer von Wissembourg entfernt.

Von hier aus führte uns unser Ausflug weiter durch Preuschdorf, Soultz-sous-Forèts, Froeschwiller, Woerth, Nehwiller, Jaegerthal, Windstein bis nach Obersteinbach und von dort aus auf einer kleinen Straße durch den Wald zurück nach Deutschland.

Die malerischen Orte im Elsass sind im Frühling besonders schön. In den Gärten blühen Bäume, Sträucher und Blumen. Die Häuser sind individuell gebaut und teilweise sehr alt. Es sind von uns zuhause aus nur wenige Kilometer zu fahren, aber man fühlt sich wie im Urlaub.


Ein besonders malerisches Gebäude.


Umrahmt von blühenden Obstbäumen.

Kurz vor Pirmasens haben wir auf der Höhe bei Kettrichhof noch einmal angehalten, weil auch dort die Rapsfelder in voller Blüte stehen. Am Wegesrand blühen außerdem schon Besenginster und Wolfsmilch.


Die Höhe bei Kettrichhof in Deutschland.

Eines der vielen blühenden Rapsfelder.

Solche Ausflüge geben uns Kraft für eine neue Woche voller Herausforderungen. 

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌼🌼🌼

Montag, 20. April 2026

Freude am Garten im April

Kurz nach Ostern begann der Kirschbaum zu blühen. Die Blütezeit dauerte nur wenige Tage, dann regnete es Blütenblätter. Inzwischen ist der Apfelbaum an der Reihe; seine Blütenknospen öffnen sich jetzt.

Es ist erstaunlich, wie schnell alles wächst und blüht. Der Regen am Wochenende war ein Wachstumsbeschleuniger.




Zwergtulpen im Kübel standen in voller Blüte und ...

... wenige Tages später war auch diese Blütenpracht vorbei.

Freitag und Samstag waren sehr warm, fast schon Sommertage.

Die Funkien wachsen schnell.

Im Gemüsebeet sprießt Stielmus, drei Wochen zuvor ausgesät und bald erntereif.

In den Beeten blühen Tulpen.

Die Blüten leuchten in der Sonne wie kleine Lampen.

Eine Spielerei mit dem Bildbearbeitungsprogramm auf der Basis einer Gartenaufnahme in der Woche nach Ostern.

Kaukasus-Vergissmeinnicht mit leuchtend blauen Blüten.


Forellenlilien im Schattenbeet.

Wollschweber an den Blüten des Wald-Vergissmeinnicht.

Wollschweber am Blaukissen.

Ein Snack für den Enkelsohn. Er liebt Apfelscheiben und Erdbeeren.

Nach den sommerlichen Temperaturen der vergangenen Woche ist die Blütezeit der Tulpen fast vorbei.

Kommt alle gut in die neue Woche und genießt den Frühling, auch wenn das Wetter wieder kühler wurde. Schließlich haben wir erst April.

Liebe Grüße von der Pfälzerin  🌷🌷🌷