Donnerstag, 18. Juni 2026

Bitche in Frankreich

Die Landschaft auf der Bischer Höhe.


Dieser Marienkäfer ist ein Franzose.

Ein Ausflug am vergangenen Sonntag sollte uns eigentlich noch einmal in den saarländischen Bliesgau ins Orchideengebiet führen. Leider konnten wir nicht in die Orte Herbitzheim und Gersheim fahren, weil wegen einer Großveranstaltung (38. LVM Saarland Trofeo, ein internationales Radrennen) die Zufahrten gesperrt waren. 

Was nun? Wir entschlossen uns, weiter ins nahe Bitche in Frankreich zu fahren, um mal wieder hoch zur Zitadelle zu gehen und danach den Garten für den Frieden zu besuchen.

Das Navi im Auto führte uns von Niedergailbach im Saarland aus auf eine schmale Straße, die den Berg hoch nach Obergailbach führt. Irgendwo unterwegs hatten wir die Landesgrenze überschritten und es nicht bemerkt. Kein Schild wies darauf hin. Erst als wir das Ortsschild von Obergailbach passierten, stellen wir fest, dass wir nun in Frankreich sind.



Bis nach Bitche, einer Garnisonsstadt mit knapp 5.000 Einwohnern im Departement Moselle in der Region Grand Est in Frankreich, sind es nur wenige Kilometer zu fahren.

Unterhalb der Zitadelle befindet sich ein großer Parkplatz, von dem aus man die Festung und den Friedensgarten besuchen kann. 

Es ist möglich, die Festung auch von innen besichtigen, aber ich habe keine Lust mehr auf Kriegserinnerungen und war zudem schon zweimal hier. Das riesige Festungswerk ist stadtprägend. Man kann es auf einem bequemen Weg oben auf dem Berg außerhalb der Festungsmauern umrunden und eine herrliche Aussicht auf die Stadt und den umliegenden Wald genießen.

Mich entzückten außer dem tollen Weitblick auch die Insekten, die auf den Blüten der Wildwiese saßen und wir beobachteten einen Falken und zwei Milane auf ihrem Flug. 

Anschließend besuchten wir den Garten für den Frieden, der unterhalb der Festung angelegt wurde. Dessen Motto lautet: Der Frieden soll blühen.


Die Zitadelle von Bitche (Frankreich).


Blick vom Eingangstor aus.


Eine mächtige Steinmauer umspannt die Festung.


Blick auf die Stadt Bitche, die im Wald eingebettet ist.


Die Stadt hat ungefähr 5.000 Einwohner.


Auf einem Weg kann man das Areal der Festung außerhalb der mächtigen Mauern auf dem Berg umrunden.


Ein Plan zeigt die Ausmaße der Festung. 


Die Berge am Horizont sind unser Pfälzerwald, meine Heimat.


Käfer an den Blüten des Jakobsgreiskrautes.


An den Blüten der Schafsgarbe wuselt es von Käfern.


Käfer an einer Blüte der Berg-Jasoine.




Noch mehr Käfer.


Ein Schachbrett-Falter.

Morgen nehme ich Euch mit in den Garten für die Frieden. Ich musste den Beitrag mit dem Bericht von unserem Sonntagsausflug teilen, weil er sonst ellenlang wäre.

Liebe Grüße von der Pfälzerin    🏰   🦋  🪲

Mittwoch, 17. Juni 2026

Schachbrettfalter


Bei einer Wanderung im Bliesgau haben wir Dutzende von Schachbrettfaltern (Melanargia galathea) gesehen.

Die Weibchen sitzen auf den Blüten von Flockenblumen, Skabiosen und Kratzdisteln und trinken Nektar. Die Männchen flattern herum und suchen aktiv nach einem Weibchen.

Abends wählen die Falter einen Schlafplatz und hängen kopfüber in Gräsern.

Die Weibchen lassen nach der Paarung die Eier einfach auf den Boden fallen und die jungen Raupen gehen nach dem Schlüpfen in Winterruhe. Im  Folgejahr ab März fressen sie nachts an Gräsern und verpuppen sich als kleines Gespinst am Boden liegend. Ab dem Frühsommer schlüpfen die Falter und es flattert erneut eine Schmetterlings-Generation an den Blüten herum.























Naturgrüße von der Pfälzerin   🦋

Dienstag, 16. Juni 2026

Ein geisterhaftes Naturphänomen

Gespinste an einem Strauch.

Der Anblick war gespenstig, aber die Raupen sind ungefährlich. Beim Wandern habe ich etliche Sträucher und kleine Obstbäume mit einem weißen Gespinst entlang eines Wirtschaftsweges gesehen. Meine App verweist auf die Pflaumen-Gespinstmotte (Yponomeuta padella). Beim Nachlesen in diversen Veröffentlichungen im www hat sich dies auch bestätigt.

Diese Gespinstmotten sind kleine, nachtaktive Falter. Sie legen ihre Eier im August an Sträuchern und Bäumen ab. Nur millimetergroße Raupen schlüpfen und überwintern im Strauch. Im späten Frühjahr beginnt ihre große Freß-Party, bei der Blattknospen angefressen und Gespinste als Schutz vor Regen und Freßfeinden angelegt werden. Unter dem schützenden Schleier fressen die Raupen bis etwa Mitte Juli den Strauch kahl. Dann schlüpfen weiße, schwarzgepunktete Falter. 

Die befallenen Sträucher schauen zwar traurig aus, aber letztendlich schadet der Kahlfraß dem Gehölz nicht. Nachdem sich die Raupen verpuppt haben, wird es sich wieder erholen und neue Triebe bilden. Die adulten Falter bleiben nicht in ihrem Wirtsbaum. Sie suchen sich für den nächsten Nachwuchs andere Wirtsbäume aus und dann beginnt der Kreislauf von vorne.







Naturgrüße von der Pfälzerin    🐛🐛🐛

Montag, 15. Juni 2026

Nähen ist wie Zaubern können

Ein neu gekauftes Leinenkleid musste um 10 cm kürzer werden und ich scheute die Fahrt in die Stadt zur Änderungsschneiderei.

Das bisschen Saum nähen bekomme ich gerade noch hin, dachte ich mir. Allerdings, gerade sollte der Saum schon sein. Deshalb gab ich mir viel Mühe mit dem Abstecken und dem Kürzen des Stoffes. 🤓

Meine alte Singer-Nähmaschine (Modell von 1978, immerhin schon elektrisch) 😉kommt nur selten zum Einsatz. Dabei habe ich früher in der Schule mal das Nähen gelernt. Später versuchte ich mich im Nähen einer Baumwollbluse. Dabei stellte ich fest, dass ich leider zwei linke Hände beim Werkeln mit Stoffen habe und die Nähmaschine wurde nur selten benutzt.

Kurz nachdem wir in eine eigene Wohnung gezogen waren, brauchte ich sie zum Säumen von Gardinen und zum Flicken der Arbeitskleidung von Herrn Pfälzer und dem Schwiegervater. Im Aufnähen von Flickstücken bin ich richtig gut. 😂 Allerdings kaufte ich für unsere Kinder dann doch lieber aufbügelbare Flicken für die Hosen, die ständig an den Knien kaputt gingen.

Langer Rede kurzer Sinn, ich holte nach -zig Jahren mal wieder meine Nähmaschine herbei, um den Saum des Leinenkleides ordentlich kürzen zu können. Leider hatte ich kein grünes Nähgarn in der Garnrollen-Sammlung. 🤔 Diese kam im Laufe der Jahre zusammen, weil ich bei Haushaltsauflösungen in der Verwandtschaft Häkel- und Stricknadeln, sowie Nähgarn mitgenommen und gehortet habe. Man weiß ja nie, wann man das alles mal braucht. 🙄 Wo kann man heutzutage noch Nähgarn kaufen? 🤔

Früher wäre ich in die Kurzwarenabteilung eines Kaufhauses oder in einen Stoffladen gegangen und hätte es dort gekauft, aber beides gibt es bei uns in der benachbarten Stadt nicht mehr. 🙁

Kaum zu glauben, ich musste dunkelgrünes Nähgarn online bestellen und es dauerte dann noch einige Tage, bis es mit der Post angekommen war.

Dann konnte ich endlich loslegen und ich habe gezaubert. Das Kleid ist ordentlich gekürzt und niemand merkt, wie viel Mühe mir dies bereitet hat. 🙂

Übrigens, in der Änderungsschneiderei hätte man mir dies für 8 € schnell gemacht. Aber ich wollte es halt mal wieder selbst versuchen 😇 und stellte fest, dass ich dem Umgang mit der Nähmaschine nicht verlernt habe. Nun kommt sie nicht mehr auf den Speicher, sondern bleibt griffbereit in der Kammer stehen.





Kommt alle gut in die neue Woche.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🧵🪡

Freitag, 12. Juni 2026

Die Früchte der Felsenbirne


Bestimmt kennt Ihr alle die Felsenbirne, ein Gehölz mit natürlichem Charakter, das im Frühling zarte, helle Blüten trägt?

Wegen des lockeren Wuchses ist dieser Strauch auch in kleineren Gärten oft zu sehen. In der Stadt wachsen Felsenbirnen in großen Pflanzkübeln.

Was viele nicht wissen: Die Früchte der Felsenbirne sind essbar und lassen sich gut zu Marmelade oder Likör verarbeiten. Im Mittelalter war sie eine beliebte Heilpflanze und das zähe Holz wurde auch zu Spazierstöcken verarbeitet.

Ich konnte die Früchte der Felsenbirne nun zum allerersten Mal selbst probieren und fand sie echt lecker. Vom Aussehen und vom Geschmack her erinnern sie an Heidelbeeren. Sie schmecken süß und fruchtig.

Im Herbst wird sich der Strauch mit bunten Blättern schmücken und warme Farben in den Garten bringen. 









Kommt alle gut ins Wochenende.

Naturgrüße von der Pfälzerin    🐛  🪳 🌳

Donnerstag, 11. Juni 2026

Wanderung auf dem Orchideenpfad im Bliesgau - Teil 3

 


Eine Wiese mit Färber-Ginster, Wiesen-Salbei und Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea).

Wir wanderten am vergangenen Sonntag auf dem Rundweg 'Orchideenpfad' im Bliesgau. In zwei Teilen habe ich Euch schon gezeigt, was ich dort alles entdeckt habe.

Heute zeige ich Euch die letzte und für mich schönste Etappe des Rundweges.

Wir entschieden uns an einer Wegekreuzung, nicht zum Kalkquellsumpf zu gehen, sondern weiter dem Rundweg Orchideenpfad zu folgen. Wegen einer Arthrose in den Knien bin ich leider beim Wandern etwas eingeschränkt und muss auf die Wegstrecke achten.


Eine Wiese voller blühender Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea).


Mit solch einer Blütenpracht von Orchideen hatte ich nicht gerechnet.

Färber-Ginster und Händelwurz, ein bezaubernder Anblick.


Am Rand einer Wiese entdeckte ich eine Hummel-Ragwurz (Ophrys fuciflora).


Hier wächst auch die Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum).


Nach einem Waldstück kam wieder eine Wiese und hier wächst Breitblättriges Wollgras (Eriphorum latifolium).



Immer wieder sehen wir Schachbrettfalter (Melanargia galathea), die vor allem auf roten und lila Blüten sitzen.


Bunte Kronwicke (Securigera varia).


Eine weitere Wiese mit Färber-Ginster und Wiesen-Salbei.


Eine Wiese voller Färber-Ginster.

Blassgelber Klee (Trifolium ochroleucon).


Noch einmal bestaune ich die vielen Orchideen, die hier blühen.


Wie man im Flyer sehen kann, blühen Orchideen zu unterschiedlichen Zeiten. Wir haben uns fest vorgenommen, demnächst noch einmal hierher zu kommen.

Der Rundweg Orchideenpfad endet am kleinen Rastplatz; hier sind wir auch losgegangen. Die Wegstrecke mit ungefähr 2 Kilometern hat etliche Steigungen und auf dem schmalen Pfad mussten wir immer wieder anderen Wanderern ausweichen. Unser nächster Besuch wird an einem Wochentag sein und wir hoffen, dass dann weniger Leute unterwegs sind.

Von hier aus gingen wir wieder eineinhalb Kilometer zurück nach Herbitzheim. Dort an der Kirche auf dem Parkplatz hatten wir das Auto stehen.

Leider gibt es keine Möglichkeit, näher ans Orchideengebiet zu fahren. Schlecht für meine schmerzenden Knie, aber gut für die Natur!

Naturgrüße von der Pfälzerin   🦋