Montag, 2. März 2026

Wo Misteln in den Bäumen wachsen - Seltz am Rhein


Wir waren am sonnigen Freitag im französischen Seltz am Rhein. Dorthin fahren wir öfter, denn es ist von uns daheim der kürzeste Weg an den Fluss.

Die grünen 'Bälle' an den Bäumen sind Laubholz-Misteln (Viscum album), auch Weißbeerige Mistel genannt. Sie wachsen auf Laubbäumen, denen sie Wasser und Nährstoffe entziehen. Momentan sind sie am Blüten, aber die kleinen gelben Blüten sind unscheinbar. 





Hier sieht man einen 'Mistel-Setzling' an einem Ast.
 Daraus wird mit der Zeit ein dicker, grüner Puschel.



Der Rhein hatte am Freitag reichlich Wasser, aber kein Hochwasser. Lediglich die untere Stufe der Besucher-Treppe in der  Nähe des Fähranlegers war überflutet. 

Nach einem kleinen Picknick auf der Bank am Wasser, mit Blick auf die hin- und herfahrende Seilfähre und die vorbeifahrenden Frachtschiffe, wollten wir uns noch ein wenig die Beine vertreten.


Frisch aus der Boulangerie in Trimbach (Frankreich).


Die Seilfähre fährt fast lautlos, nur von Wasserkraft angetrieben.
Sie bringt Autos und Passanten rüber nach Plittersdorf in Baden-Württemberg.


Ein Frachtschiff fährt flussabwärts.

Wir liefen am Wasser entlang, bis zum Seltzer Hafen. Dort am Kieswerk, an der Einmündung in den Rhein, endet der Weg am Fluss. Für den Rückweg wählten wir eine andere Strecke. Wir gingen am Hafen entlang und danach auf einem befestigten Weg zurück nach Seltz. Stellenweise war der Boden noch sehr durchnässt, so dass wir doch lieber auf dem geschotterten Weg blieben.

Obwohl es erst Ende Februar war, wuchsen dort schon einige Pflanzen. Außer den jungen Sprossen der Brennnesseln, die es hier zu tausenden gibt, wachsen Aronstab, Hungerblümchen, Wiesen-Ampfer, Huflattich, Gänseblümchen und Persischer Ehrenpreis.

Mir war bisher nicht bekannt, wie invasiv Kanadische Pappeln sind. Sie haben laut NABU mittlerweile die heimischen Pappeln fast verdrängt. Pappeln zählen zur Familie der Weidengewächse und lieben feuchten Boden. In Italien wurde zur Holzgewinnung eine Pappelart aus der Amerikanischen Pappel und der heimischen Europäischen Schwarzpappel gezüchtet. Diese neue Pappelart (Populus canadiensis) hat sich nun auch bei uns ausgebreitet und bevölkert die Auenlandschaften hier am Rhein.




Gefleckter Aronstab (Arum maculatum) im Auenwald, eine giftige Pflanze.


Huflattich (Tussilago farfara) wächst im Kies am Flussufer und blüht am Ende des Winters.



Kanadische Pappel (Populus canadensis), eine invasive Baumart, die heimische Pappeln verdrängt.







Industrie am Selter Hafen (Port de Seltz).


Das Kieswerk am Seltzer Hafen.


Eine Kolonie Kanada-Gänse schnatterte am gegenüberliegenden Ufer. Zwei Gänse standen vor uns auf dem Weg und ich näherte mich vorsichtig, um Bilder machen zu können. Erst als ich ihnen zu nahe kam, verschwanden sie ins Wasser und schwammen über den Fluss zu ihren Artgenossen. Die eine Gans schnatterte laut und die anderen Gänse drüben am Rheinufer gaben Antwort. Das war ein ziemliches Spektakel.
 


Kanada-Gänse (Branta canadensis) sind aus Nordamerika zu uns eingewandert und gelten als sehr ruffreudig (was ich bestätigen kann).





Auf dem Rückweg schien mir die Sonne auf den Rücken und obwohl ich die Jacke ausgezogen hatte, war mir sehr warm geworden. Auf so ein schönes Wetter haben wir lange warten müssen.




An diesem Tag besuchten wir noch einmal die Poterie im elsässischen Soufflenheim, weil ich einen großen, ovalen Keramiktopf kaufen wollte. Den habe ich dann auch gefunden und eine hübsche Servierplatte dazu.
Mit den klassischen Elsässer Motiven (Störche, Hirsche, rot-weiße oder blaue Motive) kann ich nicht anfreunden, aber die Poterie kreiert auch modernes Geschirr, das mir sehr gut gefällt.




Kommt alle gut in die erste Märzwoche.

Liebe Grüße von der Pfälzerin     🌳  🌱  🌿

Freitag, 27. Februar 2026

Galante weiße Blüten und die Rückkehr der Farben und des Lichtes



Galanthus, das Schneeglöckchen läutet den Vorfrühling ein. Zu hunderten bevölkern die weißen Blütenglocken unsere Garten. In mehr als zwanzig Jahren haben sich üppige Blütenteppiche gebildet.

Es fällt nicht auf, wenn ich einige Blüten für die Vase pflücke.

Aber Achtung! Schneeglöckchen sind in allen Teilen sehr giftig und man muss vorsichtig sein, wenn man mit ihnen in Berührung kommt.

Unsere Schneeglöckchen gehören zur Sorte Galanthus nivalis, die am weitesten verbreitet sind.






Dekoration im Wohnzimmer: Schneeglöckchen und Zweige von Birken und Heidelbeeren.

🌞  🌞  🌞

Ich genieße die Rückkehr der Farben in der Natur und des Lichtes am Tag. Kurze, dunkle Tage sind nun Vergangenheit. Sie lagen schwer auf meiner Seele und ich recke mich dem (Sonnen-)Licht entgegen, wenn es endlich zum Vorschein kommt.

Am Mittwoch war es dann soweit; ein sonniger Tag ließ den Garten aufblühen. Auch heute soll wieder die Sonne scheinen und wir werden diesen milden Tag für einen Ausflug an den Rhein nutzen.






Der Monat Februar geht zu Ende; er war viel zu nass. Die gelben Winterlinge sind am Verblühen, dafür sind hunderte Elfenkrokus und Schneeglöckchen im Garten aufgeblüht. Sie öffnen ihre Blütenkelche weit, um Insekten Nektar zu spendieren. Nun ist der Garten wieder bunt.




Kommt alle gut ins Wochenende und begrüßt am Sonntag den Frühlingsmonat März.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌼   🌱  🌿

Donnerstag, 26. Februar 2026

Nun kennen wir unsere Nachbarn vom Elsass ein wenig besser.

Der Historische Verein Pirmasens e.V. hat zum Vortrag über Theorien zur Sprache des Elsass eingeladen. Die Veranstaltung fand im Carolinensaal in Pirmasens statt und war recht interessant.


Die frühere Aussegnungshalle am Alten Friedhof wird nun für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Der Referent, Monsieur Charles Schlosser, wohnhaft im französischen Lembach, konnte Interessantes zum Dialekt im Elsass ab dem Mittelalter bis zur Jetztzeit geben. Er las auch einige Gedichte in Elsässerdeutsch in verschiedenen Dialektversionen (alemannische, südfränkische und rheinfränkische Dialekte) vor, die ich zum größten Teil verstehen konnte. Wir Pfälzer auf der deutschen Seite und die Elsässer drüben in Frankreich verwenden in der Muttersprache viele Worte gemeinsam, so dass wir uns miteinander verständigen können, auch wenn uns eine Landesgrenze trennt. Ob unsere Kinder in Zeiten der Globalisierung und des Internet das auch noch können?

Wir bekamen außerdem ein bisschen Einblick in die Geschichte des Elsass, was mich sehr interessiert, weil wir dort öfter unterwegs sind.


Der Historische Verein befasst sich mit der Pfälzischen Geschichte. 
Einmal im Monat gibt es einen Vortrag zu unterschiedlichen Themen.
Außerdem wird auf Denkmäler aufmerksam gemacht und zu deren Erhalt beigetragen.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🕮

Mittwoch, 25. Februar 2026

Frisches Grün aus dem Garten für die Küche

 

Gänseblümchen und Schaumkraut.


Im Februar konnte ich an einem regenfreien Vormittag frisches Grün im Garten ernten. Man ahnt nicht, wie viele Wildpflanzen man essen kann!

Mir war bisher nicht bewusst, dass Cardamine hirsulata, das Behaarte Schaumkraut, eine essbare, wohlschmeckende Gewürzpflanze ist. Dank seiner Senföle schmeckt es wie Kresse, etwas scharf und sehr würzig. Essbar sind Samen, Blätter, Blüten und Wurzeln. 




Auch Bellis perennis, das Gänseblümchen (auch Tausendschön oder Maßliebchen genannt) ist essbar. Blüten, Knospen, Blätter und Stängel können roh in Salaten oder für Pestos verwendet werden. Der Geschmack ist leicht nussig herb und im Frühjahr etwas milder, als im Sommer.

🌿🌿🌿🌿


Herr Pfälzer sagte augenzwinkernd: "Wir essen unser Unkraut einfach auf."  😉

🌿🌿🌿🌿

Gestern konnte ich den ersten Bärlauch der Saison pflücken. Weil das Beet regelrecht unter Wasser stand, ging es nur vom befestigten Rand aus, aber das kleine Kräuterbündel hat viel Geschmack.


Bärlauch.

Liebe Grüße von der Pfälzerin

Dienstag, 24. Februar 2026

Lass die Natur mal machen

Das frische Grün auf den Zaunpfosten ist im Winter ein erfreulicher Anblick.


Lockiges Gabelzahnperlmoos auf einem Holzpfosten in unserer Straße.


Lockiges Gabelzahnperlmoos (Dicranoweisia cirrata), ein besonders zartes Moos.



Auch Betonpfosten sind mit Moos überzogen.

Naturgrüße von der Pfälzerin  🌲 🌲 🌲

Montag, 23. Februar 2026

Wann hört es mal wieder auf zu regnen?

Wir sind in der dritten Woche mit Regenwetter. Anderswo hat es geschneit und ist frostig kalt. Hier kommt nur Nass vom Himmel und das fast pausenlos.










Alle warten auf trockenes Wetter, vor allem die Vögel in unserem Garten. Morgens singen Vögel und Amseln sammeln Grashalme für ihr Nest. Das sind außer den blühenden Schneeglöckchen weitere Vorboten des Frühlings.

Kommt alle gut in die letzte Woche des Monats Februar. 

Liebe Grüße (ziemlich durchnässt) von der Pfälzerin 🐦🐦🐦

Freitag, 20. Februar 2026

Momente der Stille in der Natur

Sanfte Farben und feuchte Luft im Tal des Buchbaches bei Langmühle im Pfälzerwald; auch ohne Eis und Schnee ist die Landschaft sehenswert.

Ich liebe diese stillen Momente in der Natur. Beim gleichmäßigen Gehen kommt der Kreislauf in Schwung und die frische Luft ist eine Wohltat für die von der trockenen Heizungsluft gestressten Atemwege.









Wieder ist eine Woche vergangen und wir sind dem Frühling ein Stück näher gekommen. Am meisten freut mich, dass die Tage schon viel heller geworden sind; morgens um sieben Uhr zeigt sich im Osten ein heller Streif am Himmel und kurz darauf haben wir wieder Tageslicht. Dunkelheit ist das, was mich am Winter am meisten stört.

Kommt alle gut ins Wochenende.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌲🍂🍄