Mittwoch, 11. März 2026

In der Toskana der Pfalz


Entlang der Deutschen Weinstraße blühen im März unzählige Mandelbäume. Die von Weinbergen geprägte Landschaft mit (angeblich) 1800 Sonnenstunden im Jahr wird als 'Toskana Deutschlands' bezeichnet.

Die Römer haben Pflanzen mitgebracht, als sie im 12. Jahrhundert v. Chr. dieses Gebiet besetzten, große Städte gründeten und sich an den schönsten Orten mit Herrenhäusern niederließen. Hier gedeihen Mandel- und Feigenbäume, Weinreben, Esskastanien, Zypressen und andere sonnenhungrige Pflanzen, die eigentlich im Mittelmeerraum beheimatet sind.

Bad Dürkheim liegt mitten drin in dieser malerischen Landschaft, unserer Pfälzer Toskana. Die Stadt war Ziel unseres Ausfluges am vergangenen Freitag.

Ohne viele Worte nehme ich Euch mit durch den Kurpark, der schon jetzt zu Beginn des Monats März ein wenig aufgeblüht ist. Wir gingen vorbei an den Salinen (historisches Gradierwerk) und wollten eigentlich noch zum ehemaligen Römischen Herrenhaus am Weilberg laufen. Wegen eines Events (Weinbergnacht, eine Open Air Weinverkostung) war das Gebiet rund um die römischen Ausgrabungen an diesem Tag für Touristen nicht zugänglich. Jedoch besitze ich Aufnahmen von vor drei Jahren, als wir um die gleiche Zeit dort waren und das größte römische Herrenhaus der Region besichtigen konnten.


Am Eingang zum Kurpark steht geduldig der Traubenmann, eine Winzer-Skulptur.

Eine weitere Figur (Putte auf Schildkröte) trägt ein Füllhorn feiner Sachen, die hier in der sonnigen Südpfalz gedeihen.




Die Insektenwiese ist voller blühender Krokus und Narzissen.


Im Park blühen unzählige gelbe Narzissen.


Links am Bildrand sieht man eine Immergrüne Magnolie, die leider noch keine Blüten trägt.


Der Graureiher am Bachlauf ist echt.
Keiner der Passanten hat ihn bemerkt, aber ich schon.


Diese Mittelmeer-Wolfsmilch (150 cm hoch) steht vor dem Kurpark-Café.
Es hieß bis zum vergangenen Jahr noch Café Pompöös und wurde vom Modeschöpfer Harald Glööckler designt,
der in Bad Dürkheim einen Zweitwohnsitz hat. Einer seiner Lizenzpartner betreibt das Café. Nun wurde es in Café Exquisit umbenannt.
Wir sind öfter vorbei gelaufen, waren aber noch nie im Café drin.


Am Ende des Kurparks sind wir bei den Salinen angekommen.
Das ursprüngliche Gradierwerk wurde im Jahr 1716 errichtet.
Im Jahr 1992 wurde es durch einen Großbrand zerstört und danach wieder neu aufgebaut.


Blick in Richtung Michelsberg. Dort droben fand das Event 'Weinbergnacht' statt.


Die Weinstraße wird von Mandelbäumen flankiert.
Von Stunde zu Stunde wurde die Saharastaub-Wolke dichter und hüllte die Landschaft in einen rötlichen Dunst.


Blick durch die Frontscheibe des Autos. Wir sind auf der Straße in Richtung Wachenheim.
Dort haben wir in der Gaststätte einer Winzergenossenschaft gut gespeist.


Archivaufnahme von 2022, als wir während der Mandelblütenzeit das Römische Weingut am Weilberg besuchten.


Dieser Ausflug fand am vergangenen Freitag statt. Was hat sich seither alles in der Natur verändert!

Einen Gruß Wochenmitte von der Pfälzerin   🌸 🌸 🌸

Dienstag, 10. März 2026

Das Netz

 


Es ist viermal so belastbar wie Stahl und kann um das Dreifache seiner Länge gedehnt werden. Selbst einem großen Insekt hält es stand, wenn dieses dagegen fliegt. Dabei sind die Fäden leicht und wasserfest, haben aber ein Feuchtigkeitsaufnahmevermögen, das mit Schafswolle vergleichbar ist. Es widersteht mikrobiologischen Angriffen, ist jedoch biologisch abbaubar.

Kunstvoll wurde das Netz einer Gartenkreuzspinne an unserem Schuppen gesponnen. Dafür hat die Spinne mit sieben Drüsen sieben verschiedene Fadensorten produziert. 

Es versteht sich von selbst, dass wir Spinnennetze nicht mutwillig zerstören werden.



Naturgrüße von der Pfälzerin    🕸  🕷

Montag, 9. März 2026

Die Mandelblütezeit an der Weinstraße hat begonnen


Der Freitag war der einzige Tag in der vergangenen Woche, den wir nicht im Garten verbrachten. Wir sind nach Bad Dürkheim gefahren, um zu schauen, ob die Mandelbäume schon blühen.

Ja, die Mandelblütezeit hat begonnen!

Noch sind es einzelne Bäume, die weiße oder rosa Blüten tragen. Das ist ein wunderschöner Anblick nach dem langen, dunklen Winter.

Etwas getrübt war die Freude an den Blüten vom Saharastaub in der Luft, der in der Mittagszeit noch stärker wurde und alles in ein rötliches Licht tauchte.









Kommt alle gut in die neue Woche.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌸  🌸  🌸

Freitag, 6. März 2026

Flower Sprouts und anderes Grünzeug aus dem Garten

Meine Gartenbeete wollten hergerichtet werden. Über Winter lagen sie brach und waren dicht mit Wildpflanzen (den Begriff 'Unkraut' verwende ich nicht so gerne) bewachsen.

Nachdem nun endlich der Boden abgetrocknet ist, habe ich ihn spatentief umgegraben und so gut wie möglich den Wildwuchs entfernt. Einiges davon wanderte in meine Küche, um unser Essen aufzuwerten.

Die letzten Flower Sprouts (auch Kalettes oder Kohlröschen genannt) wurden geerntet und die Kohlstümpfe entsorgt. Es handelt sich um ein relativ neu gezüchtetes Gemüse aus Rosenkohl und Grünkohl. Auf dem Wochenmarkt kostet es ein kleines Vermögen. Dieser Minikohl hat einen nussartigen Geschmack und wertet unsere Pfannengerichte auf.

Die Wildkräuter kommen an Salate oder Gemüsepfannen als Würze und Vitaminlieferant.


Grünzeug aus dem Garten.


Kalettes, Kohlröschen oder Flower Sprouts, ein Wintergemüse.


Die erste Woche im März geht zu Ende. Wir wurden mit Sonnenschein geradezu verwöhnt und vorerst soll das Wetter auch so schön bleiben.

Heute wollen wir einen Ausflug in die sonnige Südpfalz machen und schauen, ob schon die Mandelbäume dort blühen.

Kommt alle gut ins Wochenende!

Grüne Grüße aus dem Garten der Pfälzerin   🌱🍃🌿

Donnerstag, 5. März 2026

Felsformation am Großen Stephansberg


Der Pfälzer Buntsandstein ist vor ungefähr 200 Millionen Jahren entstanden. Durch verfestigte Sandablagerungen in einem Urmeer bildete sich das sandige Gestein.

Vor 48 Millionen Jahren kam es zu einer Kollision der afrikanischen und eurasischen Erdplatte. Dabei falteten sich die Gesteinsschichten auf und es entstanden Berge, die im Pfälzerwald etwa 1.000 Meter hoch waren. Gesteinsschichten zerbrachen zu Schollen; es entstanden Klüfte und Spalten. In Laufe der Jahrtausende wurden durch Erosion skurrile Felsgebilde geschaffen.

Bei einer Wanderung am Großen Stephansberg bei Stephanshof, einer Annexe der Gemeinde Lemberg, konnte ich die Beschaffenheit der einzelnen Gesteinsschichten gut erkennen. Jede Schicht hat eine andere Färbung und manchmal sind Kieselsteine aus dem Urmeer eingeschlossen. Sonne, Wind und Frost nagen am Fels und lassen ihn weiter verwittern. Wenn ich mit der Hand über den rauen Fels streiche, dann rieselt feiner Sand herab und meine Hände verfärben sich rötlich. Die rote Farbe stammt von Eisenoxid, das sich hier ablagerte.



Unsere Sonntagswanderung am 1. März führte uns auf Wege, die keine Markierung haben und die auf keiner Wanderkarte und in keinem Wanderportal verzeichnet sind.

Wen wundert es, dass wir mutterseelenalleine in diesem Waldstück unterwegs waren. Aus der Ferne hörten wir Leute rufen, die auf dem Weg zur bewirtschafteten Wanderhütte waren. Dorthin sind wir allerdings nicht gegangen.


Auf einem Pfad geht es moderat den Berg hoch.
 

Über uns die Baumwipfel vor einem blauen Himmel.



Die Felsen auf dem Bergkamm haben skurrile Formen.


Herrlich, dieses Spiel von Licht und Schatten.

Eine kleine Rast, ehe wie auf dem Bergkamm weiter gehen.


Ein Pfad zwischen Heidekraut und mit Flechten bewachsenen Steinen.


Bergab durch einen Steingarten, vorbei an Quellen.
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Als hätte ein Riese mit den Steinen gespielt und sei einfach liegen lassen.
Wir sind nun unterhalb des Felsenmassives.


Alles ist mit Moos bewachsen, denn hier auf der schattigen Bergseite bleibt es auch im Sommer feucht.

Von all den Moosen finde ich dieses hier am schönsten.
Tamarisken-Thujamoos (Thudidum tamariscinium) findet man häufig in mitteleuropäischen Wäldern.


Im Tal angekommen, zeigt sich der Himmel fast schon kitschig schön.


Wir freuen uns über dieses Traumwetter am ersten März.


Ein ehemaliger Eisenerzstollen, der für Besucher verschlossen ist, aber eine Öffnung für Fledermäuse hat.


Der Waldparkplatz ist belegt. Diese Leute sind alle zur nahen Wanderhütte 'Hohe List' gewandert, wo sich bei schönem Wetter die Menschen drängen.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌲🌲🌲

Mittwoch, 4. März 2026

Wird das Wetter noch schön werden?

Der März hat begonnen und der dunkle, nasse Februar ist vorbei.

Am vergangenen Donnerstag, noch ehe die sonnigen Tage begannen, war morgens in der Früh die Landschaft noch im Nebel versunken. Ich konnte mir früh morgens nur schlecht vorstellen, dass der angekündigte Sonnenschein es bis zu uns schaffen wird. Doch ich wurde überrascht; schon am Vormittag schien die Sonne und drückte den Nebel zu Boden und der Garten begann aufzublühen.


Frühlingsblumen im Kasten vor dem Küchenfenster.


Drüben auf dem Spielplatz steht ein vergessenes Spielzeug. 


Aroniabeeren vom vergangenen Herbst in unserem Garten. 
Diesmal wurden sie von den Amseln verschmäht.


Die Sonne kommt hervor und der Nebel verschwindet.

Leider dröhnten an diesem Tag vom Vormittag bis zum Nachmittag Motorsägen und eine Häckselmaschine. Die Arbeiter der Gemeinde haben wieder die Sträucher auf dem Nachbargrundstück abgesäbelt. Traurig stehen die Baumstümpfe da und Vögel suchen vergebens 'ihren' Strauch, auf dem sie sitzen und auf einen freien Futterplatz bei uns im Garten warten können.

Alle drei Jahre wird ein solches 'Massaker' veranstaltet und das macht mich sehr, sehr traurig.



Dies ereignete sich kurz vor dem Ende des Monats Februar. Ich hoffte vergebens, die Arbeiter würden in diesem Jahr vergessen, die Hecken zu stutzen. Denn ab dem 1. März dürfen sie nicht mehr geschnitten werden.

Verschwunden sind unter anderem der 'Spatzenstrauch' und die Haselsträucher, in denen der Haselblattroller (Apoderus coryli), ein kleiner roter Käfer wohnte. Alles klein gehäckselt, wie traurig!

Grüße von der Pfälzerin    🌳 🐛 🌱

Dienstag, 3. März 2026

Wenn die Amseln morgens singen, dann ...

 ... ist ein Ende des Winters in Sicht. Das Lied der Flötenmeister ist ein Versprechen auf den Frühling.

Diese Worte stammen nicht aus meiner Feder, sondern stehen etwas abgewandelt auf einem Kalenderblatt.

Es ist März geworden und wir werden morgens vom Gesang der Amseln und anderen Singvögeln geweckt.










Die Schwarzen sind Amsel-Männchen und die Braungemusterten die Weibchen. Leider vertragen sich Amseln in unserem Garten nicht miteinander und jagen sich ständig hin und her. Ganz schön doof, denn es gibt Futter für alle. 

Die Amsel, auch Schwarzdrossel genannt ist überall verbreitet. Hinter der Grenze, in Frankreich, heißt sie Merle.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🐦🐦🐦