Wir waren am sonnigen Freitag im französischen Seltz am Rhein. Dorthin fahren wir öfter, denn es ist von uns daheim der kürzeste Weg an den Fluss.
Die grünen 'Bälle' an den Bäumen sind Laubholz-Misteln (Viscum album), auch Weißbeerige Mistel genannt. Sie wachsen auf Laubbäumen, denen sie Wasser und Nährstoffe entziehen. Momentan sind sie am Blüten, aber die kleinen gelben Blüten sind unscheinbar.
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Hier sieht man einen 'Mistel-Setzling' an einem Ast. Daraus wird mit der Zeit ein dicker, grüner Puschel. |
Der Rhein hatte am Freitag reichlich Wasser, aber kein Hochwasser. Lediglich die untere Stufe der Besucher-Treppe in der Nähe des Fähranlegers war überflutet.
Nach einem kleinen Picknick auf der Bank am Wasser, mit Blick auf die hin- und herfahrende Seilfähre und die vorbeifahrenden Frachtschiffe, wollten wir uns noch ein wenig die Beine vertreten.
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| Frisch aus der Boulangerie in Trimbach (Frankreich). |
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Die Seilfähre fährt fast lautlos, nur von Wasserkraft angetrieben. Sie bringt Autos und Passanten rüber nach Plittersdorf in Baden-Württemberg. |
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| Ein Frachtschiff fährt flussabwärts. |
Wir liefen am Wasser entlang, bis zum Seltzer Hafen. Dort am Kieswerk, an der Einmündung in den Rhein, endet der Weg am Fluss. Für den Rückweg wählten wir eine andere Strecke. Wir gingen am Hafen entlang und danach auf einem befestigten Weg zurück nach Seltz. Stellenweise war der Boden noch sehr durchnässt, so dass wir doch lieber auf dem geschotterten Weg blieben.
Obwohl es erst Ende Februar war, wuchsen dort schon einige Pflanzen. Außer den jungen Sprossen der Brennnesseln, die es hier zu tausenden gibt, wachsen Aronstab, Hungerblümchen, Wiesen-Ampfer, Huflattich, Gänseblümchen und Persischer Ehrenpreis.
Mir war bisher nicht bekannt, wie invasiv Kanadische Pappeln sind. Sie haben laut NABU mittlerweile die heimischen Pappeln fast verdrängt. Pappeln zählen zur Familie der Weidengewächse und lieben feuchten Boden. In Italien wurde zur Holzgewinnung eine Pappelart aus der Amerikanischen Pappel und der heimischen Europäischen Schwarzpappel gezüchtet. Diese neue Pappelart (Populus canadiensis) hat sich nun auch bei uns ausgebreitet und bevölkert die Auenlandschaften hier am Rhein.
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| Gefleckter Aronstab (Arum maculatum) im Auenwald, eine giftige Pflanze. |
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| Huflattich (Tussilago farfara) wächst im Kies am Flussufer und blüht am Ende des Winters. |
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Kanadische Pappel (Populus canadensis), eine invasive Baumart, die heimische Pappeln verdrängt.
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| Industrie am Selter Hafen (Port de Seltz). |
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| Das Kieswerk am Seltzer Hafen. |
Eine Kolonie Kanada-Gänse schnatterte am gegenüberliegenden Ufer. Zwei Gänse standen vor uns auf dem Weg und ich näherte mich vorsichtig, um Bilder machen zu können. Erst als ich ihnen zu nahe kam, verschwanden sie ins Wasser und schwammen über den Fluss zu ihren Artgenossen. Die eine Gans schnatterte laut und die anderen Gänse drüben am Rheinufer gaben Antwort. Das war ein ziemliches Spektakel.
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| Kanada-Gänse (Branta canadensis) sind aus Nordamerika zu uns eingewandert und gelten als sehr ruffreudig (was ich bestätigen kann). |

Auf dem Rückweg schien mir die Sonne auf den Rücken und obwohl ich die Jacke ausgezogen hatte, war mir sehr warm geworden. Auf so ein schönes Wetter haben wir lange warten müssen.
An diesem Tag besuchten wir noch einmal die Poterie im elsässischen Soufflenheim, weil ich einen großen, ovalen Keramiktopf kaufen wollte. Den habe ich dann auch gefunden und eine hübsche Servierplatte dazu.Mit den klassischen Elsässer Motiven (Störche, Hirsche, rot-weiße oder blaue Motive) kann ich nicht anfreunden, aber die Poterie kreiert auch modernes Geschirr, das mir sehr gut gefällt. Kommt alle gut in die erste Märzwoche.
Liebe Grüße von der Pfälzerin 🌳 🌱 🌿