Freitag, 22. Mai 2026

Einst stand auf dem Schlossberg eine Mittelalterliche Burg ...

 ... und nun ist nur noch eine Ruine geblieben.



Kürzlich habe ich in einem Beitrag unser Dorf und den Schlossberg beschrieben, auf dem einst eine mittelalterliche Burg stand. Jetzt ist nur noch eine Ruine vorhanden. 

Gerne nehme ich Euch am frühen Abend mit zu einem Spaziergang über das Burggelände.

  • Die Burg wurde um 1200 erbaut.
  • Das Dorf und die Burg wurden im Dreißigjährigen Krieg (1634) besetzt und ausgeplündert. Dabei wurde die Burg niedergebrannt.
  • Danach wurde sie notdürftig wieder aufgebaut, aber im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Jahr 1689 endgültig zerstört. Damals wurde die Burg 'geschleift', also systematisch zerstört und unbrauchbar gemacht.
  • Mauerreste zerfielen und noch verwendbare Steine wurden abtransportiert. Mit den Sandsteinen der Burg wurde die Dorfkirche im Jahr 1746 errichtet und auch so manches alte Haus ist mit Burg-Steinen erbaut.
  • 1953 begann ein Verein mit Ausgrabungen und richtete in einem noch vorhandenen Burggewölbe eine Burgschänke ein. Da war ich noch nicht geboren, aber als Kind sind wir mit den Eltern und Vereinsmitgliedern oft nach einer Wanderung in der Burgschenke eingekehrt. Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude aufgestockt und im Obergeschoß ein gemütliches Kaminzimmer errichtet. Dort habe ich etliche Weihnachtsfeiern und Jahrestreffen des Vereins miterlebt.
  • Im Jahr 2001 ließ die Gemeinde nach archäologischen Ausgrabungen ein modernes Burgeninformationszentrum errichten. Besucher konnten auf drei Plattformen Interessantes zur Geschichte der Burg und anderen Burgen im Biospärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erfahren.

Heute sind die Burgschänke und das Informationszentrum geschlossen. Die Burg ist erneut in einen Dornröschenschlaf gefallen.

Was blieb, ist die schöne Aussicht über den Pfälzer Wasgau und auf unseren Ort, der im Wald eingebettet ist. 


Auf dem Weg zur Burg sehen wir als erstes die sogenannte Bastei.


Zwischen den Mauern ist Farn gewachsen.

Ein Pflastersteinweg führt Besucher zum Burggelände.


Mauerreste und ein Torbogen.



Die Burgschänke ist geschlossen.


Von der Burgmauer aus blicken wir auf die Umgebung.
Wie Ihr seht, sieht man nur Wald, Wald und nochmals Wald.
Unser Pfälzerwald ist eine große, zusammenhängende Waldlandschaft.


Vor 30 Jahren wurden bei Ausgrabungen die Fundamente einer Kapelle aus dem Jahr 1502 entdeckt und freigelegt.


Das Burgeninformationszentrum ist leider auch geschlossen.


Hier oben finden im Sommer Open-Air-Konzerte statt.


Treppen führen hoch zur Oberburg.


Eine mittelalterliche Brunnenanlage.
Den Brunnenstollen kann man vom Oberdorf aus besichtigen, wenn man keine Platzangst kennt und sich in den engen Brunnengang traut.


Unser Dorf im Abendlicht, von allen Seiten in Wald eingebettet.


Blick von der Oberburg über die Fundamente der Kapelle auf die Umgebung.


Noch ein Blick in Richtung Dorf, ...

... dann gehen wir die steile Zufahrt wieder hinunter.

Auch wenn die Burgschänke und das Informationszentrom geschlossen sind, so lohnt sich der Weg zur Burg. Ein Verein hat Tische und Bänke errichtet, so dass man dort droben auf der Oberburg ein Picknick mit herrlicher Aussicht veranstalten kann.

Ich wünsche Euch schöne Pfingstfeiertage.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌄

Donnerstag, 21. Mai 2026

Abendrot

Als wir am Montagabend über die Höhe fuhren, war ich begeistert von dem herrlichen Sonnenuntergang. Wir hielten kurz an, um dieses Schauspiel am Abendhimmel zu bewundern.

Daheim versperren Bäume und Hausdächer eine freie Sicht nach Westen. Aber hier draußen konnte ich ohne Einschränkungen den Himmelsblick genießen.





Stimmungsvolle Grüße von der Pfälzerin   🌄

Mittwoch, 20. Mai 2026

Ausflug in den Bliesgau

Am Samstag waren wir im UNESCO-Biospärenreservat Bliesgau unterwegs. Diese Region im Saarland, benannt nach dem gleichnamigen Flüsschen Blies, liegt direkt an der französischen Landesgrenze. Auenlandschaften wechseln sich ab mit alten Buchenwäldern, sanften Hügeln mit Wildblumenwiesen und Streuobstwiesen rund um die Dörfer.

Unsere Wanderung an diesem Tag startete am Kloster Gräfinthal. Das Hauptgebäude wird von Mönchen bewohnt und kann nicht besichtigt werden. Frei zugänglich sind die alte Klosteranlage (Ruine) und die Klosterkirche, die wieder aufgebaut wurde. Sie ist eine Wallfahrtsstätte des Bistums Speyer und ein Pilgerort auf der Etappe des Saarländischen Jakobsweges.

Wir folgten dem ausgeschilderten Rundweg, der vom Parkplatz des Klosters, vorbei an der Freilichtbühne Gräfinthal, hoch auf den Berg zum Heidenkopf führt. Zur Belohnung für den doch recht langen Anstieg hatten wir oben einen herrlichen Blick auf die Hügel des Bliestales.

Auf dem Rückweg hüpften vor uns zwei Feldhasen auf dem Weg herum und sie witterten uns ziemlich spät, so dass ich auch mit der kleinen Kamera einige Aufnahmen machen konnte, ehe sie hakenschlagend in der Wiese verschwanden. 

Außerdem entdeckte ich mehrere Schmetterlingsraupen an den Sträuchern neben dem Weg, die ich beim Anstieg wegen der schönen Aussicht über die Wildblumenwiesen nicht gesehen hatte.


Kloster Gräfinthal im Bliesgau.



Ich liebe solche Wiesen, die voller Wildblumen und Insekten sind.


Noch mehr bunte Wildblumenwiesen.


'Spucke-Nester' der Wiesenschaumzikade.
Wir haben unzählige davon auch am Wiesen-Pippau gesehen.


Der Weiße Hartheu-Spanner (Siona lineata) flatterte herum.
Gleich mehrere dieser Falter saßen an den Blüten der Wiesenblumen.


Ein Wanderweg mit toller Aussicht.
 Die Berge am Horizont gehören zu den Vogesen, dort ist bereits Frankreich.


Auf dem Rückweg begegneten uns auf dem Weg zwei Feldhasen.
Einen konnte ich im Bild festhalten, ehe er hakenschlagend in der Wiese verschwand.


Raupen der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte.


Raupe vom Blaukopf (Diloba caeruleocephala), auch Brillenvogel genannt.
Er zählt zur Familie der Eulenfalter



Während ich nach Wildblumen und Insekten Ausschau hielt, beobachtete Herr Pfälzer Feldlerchen, Falken, einen Milan und einen Bussard; seine Passion sind vor allem Greifvögel.

Solche Tage in der Natur mit neuen Entdeckungen und wunderschönen Aussichten sind für mich wie ein Jungbrunnen. Dann vergesse ich meine schmerzenden Knie und genieße einfach nur den Tag.

Liebe Grüße von der Pfälzerin 🌄

Dienstag, 19. Mai 2026

Eine Weinbergschnecke im Garten

Wahrscheinlich hat der Duft von frischen Salatblättern im Kompostkorb eine Weinbergschnecke angelockt. Helix pomatia ist Größte unter den heimischen Gehäuseschnecken und ernährt sich von Pflanzenbestandteilen.

Nach dem Verlassen der Eischale muss sich die Schnecke einen Weg aus der Erdhöhle suchen. Sie geht Trockenheit und Hitze im Sommer aus dem Weg, indem sie schattige und feuchte Plätze sucht. Im Winter verkriecht sie sich vor der Kälte an einen geschützten Ort. Bis zu 20 Jahren kann eine Weinbergschnecke alt werden.

Leider finde ich immer wieder leere Gehäuse von Schnecken, weil sie ein Leckerbissen für verschiedene Tiere sind. Elstern, Amseln, Stare und Laufkäfer sind ihre schlimmsten Freßfeinde.

Ich hoffe, dass Martha (so habe ich diese Schnecke getauft) recht lange in unserem Garten am Leben bleibt.





Nach dem Fotografieren wurde Martha auf ein frisches Salatblatt im Kompostkorb gesetzt und ich habe ihr einen guten Appetit gewünscht.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🐌

Montag, 18. Mai 2026

In den Weinbergen bei Billigheim im Landkreis Südliche Weinstraße

Kurz vor Billigheim-Ingenheim, einem ca. 1.300 Jahre altem Weindorf und gleichzeitig einer der ältesten Ansiedlungen in der Südpfalz, haben wir am vergangenen Freitag auf der Heimfahrt von Landau angehalten. Der Regen machte gerade eine Pause und wir spazierten ein Stück weit durch die Weinberge.

Wir stehen hier am Rand der Rheinebene und in der Ferne kann man die Silhouette des Haardt-Gebirges erkennen, das ist die südliche Grenze unseres Pfälzerwaldes. Der höchste Berg ist die Kalmit mit 673 m ü. NHN.

Leider hat das Wetter während unseres Spazierganges durch die Weinberge nicht gehalten; es kam bald der nächste Schauer. So kann ich Euch auch nicht das malerische Weindorf zeigen, denn bei heftigem Regen lohnte sich ein Besuch dort nicht. Das werde ich aber demnächst nachholen.


Tief Doreen schickt schier endlosen Nachschub an Wolken.

Wir spazieren durch die Weinberge.

Am Horizont befindet sich die Bergkette des Haardtgebirges.

Weinberge sind Teil dieser Kulturlandschaft.

Die Reben-Blüte beginnt. 


Im Vordergrund ein Maisfeld und am Himmel dunkle Wolken.



Wir mussten den geplanten Besuch im Weindorf Billigheim-Ingenheim streichen,
denn außer starkem Regen begann es auch noch zu graupeln.

Kommt alle gut in die neue Woche.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌦️

Freitag, 15. Mai 2026

Naturfunde im Mai

 

Achtung: Hungriger Baum.


Bei unseren Ausflügen und Wanderungen suche ich nach Pflanzen und Insekten und versuche, sie mit Hilfe von Apps zu bestimmen.

Gerade jetzt im Frühling, wenn die Wildstauden ihr Blattwerk ausbilden und noch keine Blüten haben, sind sie meistens für mich nicht einfach zu erkennen. Hilfe bekomme ich von den Apps Flora Incognita und Obsidentify. Ich muss nur eine der beiden Apps öffnen und Bilder von Pflanzen oder Insekten machen, dann wird mir in den allermeisten Fällen sofort deren Namen angezeigt. Nur selten kann eine der Apps einen Fund nicht bestimmen.

Hättet Ihr die nachfolgenden Pflanzen und Insekten ohne Hilfe benennen können?


Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus).

Edelkastanie (Castanea sativa).

Erzgrüner Gras-Schnellkäfer (Cidnopus aeruginosus).

Gewöhnlicher Odermennig (Agrimonia eupatoria).

Gewöhnlicher Rainkohl (Lapsana communis).

Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis).

Gewöhnliches Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris).

Grüne Langhornmotte (Adela reaumurella).

Rotbauchiger Laubschnellkäfer (Athous haemorrhoidalis).

Keusche Kuckuckshummel (Bombus vestalis).

Schwarzrückige Gemüsewanze (Eurydema ornata).


Sumpf-Segge (Carex acutiformis).


Turmkraut (Turritis glabra).


Ohne die Hilfe der Bestimmungs-Apps hätte ich nur die beiden folgenden Pflanzen sicher bestimmen können, allerdings ohne wissenschaftlichen Namen. Den hat mir nämlich auch die App verraten.


Knoblauchsrauke mit Schwebfliege.

Maiglöckchen (Convallaria majalis).


Herr Pfälzer sagt manchmal, wenn er geduldig wartet, bis ich meinen Fund dokumentiert habe, dass ich besser einen wissenschaftlichen Beruf im Bereich Botanik erlernt hätte. Recht hat er! Das wäre bestimmt spannender gewesen, als fast 50 Jahre im Büro zu sitzen. Immerhin kann ich nun Studien der Natur in der Rentenzeit als Hobby betreiben.

Kommt alle gut ins Wochenende.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌿  🐛  🐜