Freitag, 29. Mai 2026

Gekrönte Häupter im Garten

Der Monat Mai geht zu Ende und die Hitzewelle sorgte dafür, dass die Akeleien in unserem Garten nun endgültig ausgeblüht haben.

Beim Abschneiden der Blütenreste bemerkte ich, dass die Blüten und Fruchtstände ein Krönchen tragen.








Die Rose ist die Königin unter den Blumen, aber das Krönchen trägt die Akelei.

Auch wenn die Akeleienblüten ein Krönchen tragen, dürfen sie nicht die Alleinherrschaft über meinen Garten haben. Auf keinen Fall dürfen sie sich versamen, sonst wächst hier nichts anderes mehr.

Auch wenn es weh getan hat, schnitt ich nun die Akeleien zurück. Vereinzelt waren noch Blüten zu sehen, aber da musste ich durch. Ihre Blütezeit ist zu Ende.





Die Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris) ist eine heimische Wildform und kam ohne Einladung in unseren Garten. Seit vielen Jahren erfreut sie uns im Frühling mit den lila Blüten. Weil ihr unser lehmhaltiger Boden und die halbschattige Lage gut gefallen, würde sie sich gerne noch weiter ausbreiten. Aber da habe ich ein Wörtchen mitzureden.

Nun hat die Königin der Blumen, die Rose wieder den Platz für sich alleine. Die Strauchrose 'Rosa gallica Tuscany'  öffnet jetzt ihre samtigen, duftenden Blüten. Auch sie ist eine heimische Art und mit ungefüllten Blüten wertvoll für Bienen und Hummeln.





Kommt alle gut ins Wochenende.

Grüße aus dem Garten der Pfälzerin   🌹🌹🌹

Donnerstag, 28. Mai 2026

Pfingsten-Quack






In diesem Jahr begann der Besenginster besonders früh zu blühen, so dass an den Pfingstfeiertagen die meisten Sträucher schon ausgeblüht und kleine, grüne Schoten gebildet hatten.






Wir nennen die leuchtend gelb blühenden Sträucher 'Pfingsten-Quack'. Wahrscheinlich kommt der Name daher, weil früher in der Pfalz und dem Elsass die Kinder an Pfingsten einen mit Blütenzweigen vom Besenginster geschmückten Bollerwagen durchs Dorf zogen und dabei sangen. Zum Dank bekamen sie Eier, Speck oder Geld. Das waren die Pfingst-Quacke. Es hat sich bei uns eingebürgert, den Besenginster als Pfingsten-Quack zu bezeichnen.

In der Pfalz wird noch vereinzelt in Dörfern dieses Brauchtum gepflegt. Bei uns im Dorf habe ich solch ein Spektakel nicht erleben können. Ich kenne es nur aus früheren Erzählungen des Vaters, aber ich spreche auch von Pfingsten-Quack, wenn ich den Besenginster meine.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌿🌿🌿

Mittwoch, 27. Mai 2026

Brunnen- und Quellenweg, eine Etappe im Wolfsägertal

 


Es war eine gute Entscheidung von uns, am Pfingstmontag gleich morgens auf dem Brunnen- und Quellenweg im Wolfsägertal zu wandern.

Das plätschernde Wasser und das kühle, schattige Tal ließen uns die Hitze von Hoch Winfried besser ertragen, das seit den Pfingstfeiertagen für sommerliche Temperaturen sorgt.

Wir sind allerdings nur eine kleine Etappe des ca. 20 Kilometer langen Rundweges bei Fischbach im Pfälzerwald gelaufen. Die gesamte Strecke würde ich auf keinen Fall mehr schaffen.






Gewöhnliche Strauchschrecke.


Wollkäfer.


Gartenlaubkäfer.


Graugelber Weichkäfer.


Hufeisen-Azurjungfer.

Bei dieser Hitzewelle (bei uns waren es gestern wieder 31 Grad) muss ich das Beste daraus machen: mich wenig bewegen, viel trinken und nachmittags den schattigen Garten genießen. Bis zum Wochenende wird es heiß und trocken bleiben. 

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌱🌳🌿

Dienstag, 26. Mai 2026

Alien im Wald?

 








Das was ich da fotografiert habe, sind natürlich keine unheimlichen Wesen aus einer anderen Welt, sondern die Wedel des Adlerfarns, die sich auf diese Art und Weise entfalten. 

Zugegeben, es schaut schon ziemlich skurril aus, oder?


Adlerfarn (Pteridium aquilinum).

Meine Oma sammelte früher im Spätsommer die trockenen, braunen Wedel des Adlerfarns für die Gemüsekiste im Keller. Das war vor mehr als 60 Jahren und es war damals eine traditionelle Methode, um Knollengemüse vor Fäulnis, Nagetieren und Kälte zu schützen. Zunächst wurde mit den trockenen Farnwedeln eine 15 cm dicke Schicht auf dem Boden ausgelegt. Darauf kamen Kartoffeln, Sellerieknollen oder Karotten und wurden mit einer Schicht Farnwedeln abgedeckt.

Heute macht sich niemand mehr solch eine Arbeit, zumal es auch nicht mehr üblich ist, den Wintervorrat an Knollengemüse im Keller zu lagern.

Liebe Grüße von der Pfälzerin  🌿🌿🌿

Montag, 25. Mai 2026

Talweg Weiherhalde

Es war nur eine kleine Runde, die wir gelaufen sind, aber es hat sich für mich gelohnt, weil ich einige hübsche Käfer entdeckt habe.

Wir waren am frühen Abend unterwegs und zwar noch vor der Hitzewelle an Pfingsten, die auch weiterhin anhalten soll.




Akeleien auf einer Waldlichtung.


Blick auf die Wiesen im Rodalbtal.


Eine Butterblumen-Wiese. So nennen wir die Blüten des Hahnenfußes.


Liebe liegt in der Luft; die Hochzeit der Asiatischen Marienkäfer.


Erzglänzende Weidenblattkäfer (Phratora vitellinae).


Ein Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata).


Noch mehr Marienkäfer, diesmal an einer Brennnessel.


Ein Nessel-Blattrüssler (Phyllobius pomaceus).


Und noch ein Asiatischer Marienkäfer.


Gemeine Blutzikade (Ceropsis vulnerata).


Dieser Weg führt zurück zur Straße.

Wie gut, dass wir an diesem Tag noch unterwegs waren, denn wenige Tage später wären wir im Wald gegrillt worden. Bei Hitze mag ich am liebsten im schattigen Garten sitzen und Eistee trinken.

Ich hoffe, Ihr habt die Pfingstfeiertage bisher gut überstanden? 

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🐛 🐞 🐜

Freitag, 22. Mai 2026

Einst stand auf dem Schlossberg eine Mittelalterliche Burg ...

 ... und nun ist nur noch eine Ruine geblieben.



Kürzlich habe ich in einem Beitrag unser Dorf und den Schlossberg beschrieben, auf dem einst eine mittelalterliche Burg stand. Jetzt ist nur noch eine Ruine vorhanden. 

Gerne nehme ich Euch am frühen Abend mit zu einem Spaziergang über das Burggelände.

  • Die Burg wurde um 1200 erbaut.
  • Das Dorf und die Burg wurden im Dreißigjährigen Krieg (1634) besetzt und ausgeplündert. Dabei wurde die Burg niedergebrannt.
  • Danach wurde sie notdürftig wieder aufgebaut, aber im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Jahr 1689 endgültig zerstört. Damals wurde die Burg 'geschleift', also systematisch zerstört und unbrauchbar gemacht.
  • Mauerreste zerfielen und noch verwendbare Steine wurden abtransportiert. Mit den Sandsteinen der Burg wurde die Dorfkirche im Jahr 1746 errichtet und auch so manches alte Haus ist mit Burg-Steinen erbaut.
  • 1953 begann ein Verein mit Ausgrabungen und richtete in einem noch vorhandenen Burggewölbe eine Burgschänke ein. Da war ich noch nicht geboren, aber als Kind sind wir mit den Eltern und Vereinsmitgliedern oft nach einer Wanderung in der Burgschenke eingekehrt. Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude aufgestockt und im Obergeschoß ein gemütliches Kaminzimmer errichtet. Dort habe ich etliche Weihnachtsfeiern und Jahrestreffen des Vereins miterlebt.
  • Im Jahr 2001 ließ die Gemeinde nach archäologischen Ausgrabungen ein modernes Burgeninformationszentrum errichten. Besucher konnten auf drei Plattformen Interessantes zur Geschichte der Burg und anderen Burgen im Biospärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erfahren.

Heute sind die Burgschänke und das Informationszentrum geschlossen. Die Burg ist erneut in einen Dornröschenschlaf gefallen.

Was blieb, ist die schöne Aussicht über den Pfälzer Wasgau und auf unseren Ort, der im Wald eingebettet ist. 


Auf dem Weg zur Burg sehen wir als erstes die sogenannte Bastei.


Zwischen den Mauern ist Farn gewachsen.

Ein Pflastersteinweg führt Besucher zum Burggelände.


Mauerreste und ein Torbogen.



Die Burgschänke ist geschlossen.


Von der Burgmauer aus blicken wir auf die Umgebung.
Wie Ihr seht, sieht man nur Wald, Wald und nochmals Wald.
Unser Pfälzerwald ist eine große, zusammenhängende Waldlandschaft.


Vor 30 Jahren wurden bei Ausgrabungen die Fundamente einer Kapelle aus dem Jahr 1502 entdeckt und freigelegt.


Das Burgeninformationszentrum ist leider auch geschlossen.


Hier oben finden im Sommer Open-Air-Konzerte statt.


Treppen führen hoch zur Oberburg.


Eine mittelalterliche Brunnenanlage.
Den Brunnenstollen kann man vom Oberdorf aus besichtigen, wenn man keine Platzangst kennt und sich in den engen Brunnengang traut.


Unser Dorf im Abendlicht, von allen Seiten in Wald eingebettet.


Blick von der Oberburg über die Fundamente der Kapelle auf die Umgebung.


Noch ein Blick in Richtung Dorf, ...

... dann gehen wir die steile Zufahrt wieder hinunter.

Auch wenn die Burgschänke und das Informationszentrom geschlossen sind, so lohnt sich der Weg zur Burg. Ein Verein hat Tische und Bänke errichtet, so dass man dort droben auf der Oberburg ein Picknick mit herrlicher Aussicht veranstalten kann.

Ich wünsche Euch schöne Pfingstfeiertage.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌄