Donnerstag, 14. Mai 2026

Kleine Besucher im Garten

Es hat am Sonntagabend ordentlich geregnet, sogar regelrecht geschüttet. Bei uns sind binnen kurzer Zeit 60 Liter Wasser auf den Quadratmeter gefallen und die Regenwassertonne ist bis zum Rand gefüllt. Seither regnet es täglich. Die Natur braucht den Regen, aber mir würde es nun reichen.

Die Eisheiligen sind am Wüten und Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und morgen am Freitag die Sophie, auch kalte Sophie genannt, brachten wieder kühles Wetter. Bis zum Wochenende sollte die schlimmste Kälte vorbei sein.

🌬️  ⛈️  🌦️

Ich konnte im Mai etliche kleine Besucher im Garten begrüßen. 


Hummel auf einer Blüte der Bergflockenblumen.


Zottiger Bienenkäfer auf einer Löwenzahnblüte.


Waldbrettspiel auf einem Tulpenblatt.


Rotschopfige Sandbiene auf den Blüten des Aroniastrauches.


Maikäfer sind seltene Besucher bei uns.
Früher sah man sie massenhaft an Laubbäumen sitzen, aber inzwischen kommen sie nicht mehr häufig vor.

Habt alle einen schönen Feiertag. Heute sind die Väter mit Feiern dran; einige ziehen bei uns mit dem Bollerwagen voller Proviant durch den Wald. Ich wünsche ihnen einen halbwegs trockenen Vatertag.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌲🌲🌲

Mittwoch, 13. Mai 2026

Eine Ausländerin in unserem Dorf - ein kleiner Rundgang

 


Diese stattliche Chilenische Schmucktanne (Arauicaria auraucana) ziert einen Vorgarten in unserem Dorf. Sie stammt ursprünglich aus den Bergwäldern der Anden, wächst sehr langsam und legt jährlich nur eine 'Etage' zu. Der Baum steht hier schon mehrere Jahrzehnte.

🌄

Ich stehe im Bereich des Schulgeländes, dessen vier Gebäude rechts und links neben der Straße stehen. Das Hauptgebäude am Dorfplatz ist genauso alt wie ich. Es wurde in meinem Geburtsjahr eingeweiht.

Weil gleichzeitig die Protestantische Kirche renoviert werden musste, fand in diesem Jahr vorübergehend der Gottesdienst in der neuen Schule statt. So kam es, dass ich im (damals neuen) Schulgebäude getauft wurde.


Das Hauptschulgebäude am Dorfplatz.
Leider steht es nun leer und nur die Turnhalle und das Lehrschwimmbad werden noch für den Schulunterricht genutzt.

Von der oberen Schulstraße aus habe ich einen freien Blick auf das Oberdorf. Die Protestantische Kirche steht genau in der Mitte zwischen Ober- und Unterdorf. Auf dem Berg stand einst eine mittelalterliche Burg. Heute ist es eine Ruine und es sind nur noch Mauerreste und kleine Kellergewölbe vorhanden. Auch die Gaststätte dort droben im ehemaligen Burgkeller ist geschlossen, ebenso das Burgeninformationszentrum. Alles müsste renoviert werden, aber woher das Geld nehmen?





Unser Dorf liegt auf einer Höhe von ca. 350 Höhenmetern und ist von Wald umgeben, der teilweise bis ins Dorf reicht. Viele Häuser sind jetzt im Mai vom Grün eingerahmt.





Das war ein kleiner Rundgang im Unterdorf. 

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌄

Dienstag, 12. Mai 2026

Die Natur darf mitgestalten

Gamander-Ehrenpreis hat sich im Garten breit gemacht und strahlt mich mit seinen blauen Blüten an.





Ich lasse die Blümchen wachsen. Sie fühlen sich sichtlich wohl. Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) ist eine heimische Pflanze, die sich mit Samen und Ausläufern schnell vermehrt. Sie zählt zur Familie der Wegerich-Gewächse. Es wird beschrieben, dass sie eine Pollenquelle für mehrere Arten von Wildbienen sei und Raupenfutter für Schmetterlinge liefert.


🐝  🐜  🐛


Eine weitere Pflanze aus der Wegerich-Familie wächst im Rasen. Quendel-Ehrenpreis (Veronica serpyllifolia) hat eher unscheinbare Blüten. Ich muss mich bücken und genau hinschauen, um die zarten Blümchen zu erkennen.

 



Für mich ist unser Garten eine Quelle ständiger Entdeckungen. Er versorgt uns mit Obst, Beeren und Kräutern und macht mich neugierig auf das, was auch ohne Einladung hier wächst.

Liebe Grüße von der Pfälzerin   🌱🌼🌿

Montag, 11. Mai 2026

Noch mehr Maigrün

 


Am Samstag machten wir bei einer Fahrt am frühen Abend eine Pause und hielten dafür an einem Weiher an. Die Luft war mild und die Abendsonne schien zwischen den inzwischen dicht belaubten Bäumen auf den Waldboden.



Der Weiher liegt im Sauerbachtal, gleich neben der Landstraße, zwischen Fischbach und Eppenbrunn im Pfälzerwald. Auf der Straße rauschten Autos und Motorräder vorbei. Die Kehren verlocken zum sportlichen Fahren. Wir standen eine Weile still da und schauten auf das Wasser, das mit Pflanzen bedeckt ist.

Dann entdeckte ich einen Weg in ein Waldstück hinter dem Weiher und es zog mich förmlich in den vom Streulicht beschienenen Wald voller Farne. Hier war von den Fahrzeugen kaum noch etwas zu hören, aber die Vögel zwitscherten und Schmetterlinge torkelten herum.

Ich folgte dem Pfad ...




Man meint, jeden Augenblick würde ein Saurier durch den Wald preschen.
Die Bäume und der Farn sorgen für eine Urzeit-Stimmung.

... und bestaunte die saftig grünen Farne. Den Gewöhnlichen Wurmfarn kenne ich; seine Blätter haben zunächst eine Schneckenform, ehe sie sich zu einem Wedel entrollen.


Gewöhnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas).

Ich sah aber auch Farne, die mit seltsamem Geschnörkel ihre Wedel entfalteten, das irgendwie chaotisch wirkte. Das ist Kamm-Wurmfarn (Dryopteris cristata). Die fertig ausgebildeten Wedel sind dem Gewöhnlichen Wurmfarn ähnlich und ich könnte die beiden Arten kaum voneinander unterscheiden, wenn da nicht die seltsame Form im Knospenstadium wäre.




Kamm-Wurmfarn (Dryopteris cristata).

Der Weg führt zu einem Jäger-Hochsitz und dahinter befindet sich eine Waldwiese. Schön friedlich war es hier und rund um uns herum alles grün. 




Über mir scheint die Abendsonne in den Baumwipfel einer mächtigen Birke
und lässt die Blätter hellgrün aufleuchten.

So schwer es mir auch fiel, wir mussten wieder zurück laufen. Noch einmal durchquerten wir den urzeitlich anmutenden Wald mit den Farnen und gelangten wieder zum Weiher.


Rispen-Segge (Carex paniculata) bildet grüne Inseln am Rand des Weiher.

Auf dem Boden lag etwas Seltsames, das wie eine aufgeplatzte Wurst ausschaute. Was ist denn das? Vorsichtig untersuchte ich das weiche Gebilde und ein Blick in Richtung Wasser zeigte mir die Lösung.


Fruchtstand des Breitblättrigen Rohrkolbens (Typa latifolia).
Die hellbraunen Nussfrüchte mit den weißen Haaren schauen aus wie Watte.
Wahrscheinlich hat der Sturmwind diesen Samenballen vom Stängel geweht.


Der mit Wasserpflanzen bedeckte Weiher und im Vordergrund ein Breitblättriger Rohrkolben mit Fruchtstand.

Es wird Zeit für die Heimfahrt. Wir müssen noch ein Stück weit durch den Wald fahren. Ich habe mir vorgenommen, in Zukunft öfter mal anzuhalten und einige Schritte durch die Natur zu laufen, die gleich neben der Straße einzigartig schön und idyllisch ist.

Kommt alle gut in die neue Woche.

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌳🌱🌿

Freitag, 8. Mai 2026

Habt Euch lieb

 


Sind sie nicht schön anzuschauen, diese Bäume, die sich innig umarmen?

🌳🌳🌳

In unserem Garten kann ich derzeit Asiatische Marienkäfer bei ihrer Hochzeit beobachten. In den Johannisbeersträuchern entdeckte ich mehrere Paare und glaube, dass auch in diesem Jahr Blattläuse in unserem Garten keine Überlebenschance haben. Sie sind die Lieblingsspeise von Marienkäfer-Larven.


Hochzeitspaar Nr. 1.



Hochzeitspaar Nr. 2.

Kommt alle gut ins Wochenende. 

Liebe Grüße von der Pfälzerin   💚

Donnerstag, 7. Mai 2026

Rübstiel, ein altes Frühlingsgemüse neu entdeckt

Wer kennt Rübstiel, auch Stielmus genannt?

Es handelt sich um ein Frühlingsgemüse, das vor allem im Rheinland und in Westfalen bekannt ist und früher häufig gegessen wurde. Man kann es auf keinem rheinland-pfälzischen Wochenmarkt finden, jedoch habe ich es im Garten kultiviert. 

Schon früh im Jahr, ab Ende März kann Rübstiel ausgesät werden und nach ungefähr sieben Wochen ist das Gemüse erntereif. Verwendet werden die knackigen Stiele und die Blätter. In der Küche finden sie Verwendung als Pesto, roh im Salat oder gekocht als Rübstiel-Gemüse. Man kann auch eine Quiche damit zubereiten.

Rübstiel wird in der gleichen Weise wie Mangold zubereitet. Es hat einen zarten Geschmack, nicht so erdig und kräftig wie Mangold.


Rübstiel im Garten.


Heute zeige ich Euch zwei Gerichte mit Rübstiel aus meiner Küche. 

Rohkostsalat mit Rübstiel  🥬 🥗

Eine handvoll Rübstiel-Stängel kleinschneiden, 2 Tomaten in halbe Scheiben schneiden, 1/2 Salatgurke und 1 gelbe Paprikaschote in Streifen schneiden, 1 Mini-Romanesco in Streifen schneiden, frischer Schnittlauch fein geschnitten.

Für die Marinade: 1 TL Senf, 1 TL Salz, etwas frisch gemahlener Pfeffer, 2 EL Weinessig und 2 EL Olivenöl (oder Rapsöl).


Rohkostsalat mit Rübstiel und Eier-Brot.

Rübstiel, von der Wurzel befreit und gründlich gewaschen.


Klein geschnitten verwende ich Rübstiel für verschiedene Gerichte.


Rübstiel-Gemüse mit Salzkartoffeln und gebackenem Schinken-Ei.   🥬🥩🥚🥔

Rübstiel kleinschneiden, in etwas Salzwasser 3 Minuten aufwallen lassen und in ein Sieb abschütten. Dabei ein wenig Flüssigkeit auffangen. Für 2 Personen nehme ich ca. 500 g Gemüse.

Im Topf 1 EL Öl erhitzen, Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin andünsten, Rübstiel zugeben und einige Minuten unter Rühren dünsten, etwas Gemüsebrühe auffüllen und 10 Minuten köcheln lassen. Danach mit Butter verfeinern und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wir essen dieses Gemüse gerne zu Salzkartoffeln und gebackenem Schinken-Ei. Alternativ kann es auch mit Stampfkartoffeln vermischt und mit einer Mettwurst serviert werden. Manche nehmen anstelle von Butter Creme fraiche, damit die Soße sahnig wird.

Es ist ein frisches Gericht, das nur im Frühling zubereitet wird.



Liebe Grüße aus der Küche der Pfälzerin  🌱  🥗  🥬 

Mittwoch, 6. Mai 2026

Maigrüne Frühlingstage

Die Natur zeigte am 1. Mai ein hellgrünes Kleid.

 

Ich liebe den maigrünen Wald. Wann immer wir es möglich machen können, sind wir draußen unterwegs. 

Unser Pfälzerwald erstreckt sich über eine Gesamtfläche von ca. 1.500 Quadratkilometer, wobei ca. 90 % von Wald bedeckt sind. Das Dahner Felsenland mit seinen bizarren Felsformationen, den Burgen und malerischen Tälern, ist der schönste Teil davon und liegt im südlichen Pfälzerwald. 47 Naturdenkmäler und 24 Aussichtsfelsen machen Lust auf Entdeckungstouren und ich kenne längst noch nicht alle.

Mein Avatar zeigt das liebliche Moosbachtal, ein Naturschutzgebiet bei Dahn, in der Nähe des Neudahner Weihers. Wir waren auf dem Weg zur Pfälzerwaldhütte 'Im Schneiderfeld'. 


Eine Amsel singt ihr melodisches Lied.


Die Eichenbäume blühen.


Ritterwanzen spielen Fangen auf einer Löwenzahnblüte.
Bitte auch meinen Nachtrag am Ende des Beitrages beachten!


Die Bäume haben in diesem Jahr sehr früh ihr Laub gebildet.

Gestern kam nun endlich der lang ersehnte Regen. Für die Natur ist es ein Segen nach wochenlanger Trockenheit. 

Naturgrüße von der Pfälzerin   🌄

Nachtrag: Wie die Naturwanderin bereits anmerkte, hat die Ritterwanze (Lygaeus equestris) einen weißen Punkt am Hinterteil. Der fehlt hier bei den Wanzen. Meine App bezeichnet sie als Knappe (Spilostethus saxatilis), auch Stein-Ritterwanze genannt.