Am Samstag machten wir bei einer Fahrt am frühen Abend eine Pause und hielten dafür an einem Weiher an. Die Luft war mild und die Abendsonne schien zwischen den inzwischen dicht belaubten Bäumen auf den Waldboden.
Der Weiher liegt im Sauerbachtal, gleich neben der Landstraße, zwischen Fischbach und Eppenbrunn im Pfälzerwald. Auf der Straße rauschten Autos und Motorräder vorbei. Die Kehren verlocken zum sportlichen Fahren. Wir standen eine Weile still da und schauten auf das Wasser, das mit Pflanzen bedeckt ist.
Dann entdeckte ich einen Weg in ein Waldstück hinter dem Weiher und es zog mich förmlich in den vom Streulicht beschienenen Wald voller Farne. Hier war von den Fahrzeugen kaum noch etwas zu hören, aber die Vögel zwitscherten und Schmetterlinge torkelten herum.
Ich folgte dem Pfad ...
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Man meint, jeden Augenblick würde ein Saurier durch den Wald preschen. Die Bäume und der Farn sorgen für eine Urzeit-Stimmung. |
... und bestaunte die saftig grünen Farne. Den Gewöhnlichen Wurmfarn kenne ich; seine Blätter haben zunächst eine Schneckenform, ehe sie sich zu einem Wedel entrollen.
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| Gewöhnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas). |
Ich sah aber auch Farne, die mit seltsamem Geschnörkel ihre Wedel entfalteten, das irgendwie chaotisch wirkte. Das ist Kamm-Wurmfarn (Dryopteris cristata). Die fertig ausgebildeten Wedel sind dem Gewöhnlichen Wurmfarn ähnlich und ich könnte die beiden Arten kaum voneinander unterscheiden, wenn da nicht die seltsame Form im Knospenstadium wäre.
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| Kamm-Wurmfarn (Dryopteris cristata). |
Der Weg führt zu einem Jäger-Hochsitz und dahinter befindet sich eine Waldwiese. Schön friedlich war es hier und rund um uns herum alles grün.
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Über mir scheint die Abendsonne in den Baumwipfel einer mächtigen Birke und lässt die Blätter hellgrün aufleuchten. |
So schwer es mir auch fiel, wir mussten wieder zurück laufen. Noch einmal durchquerten wir den urzeitlich anmutenden Wald mit den Farnen und gelangten wieder zum Weiher.
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| Rispen-Segge (Carex paniculata) bildet grüne Inseln am Rand des Weiher. |
Auf dem Boden lag etwas Seltsames, das wie eine aufgeplatzte Wurst ausschaute. Was ist denn das? Vorsichtig untersuchte ich das weiche Gebilde und ein Blick in Richtung Wasser zeigte mir die Lösung.
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Fruchtstand des Breitblättrigen Rohrkolbens (Typa latifolia). Die hellbraunen Nussfrüchte mit den weißen Haaren schauen aus wie Watte. Wahrscheinlich hat der Sturmwind diesen Samenballen vom Stängel geweht. |
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| Der mit Wasserpflanzen bedeckte Weiher und im Vordergrund ein Breitblättriger Rohrkolben mit Fruchtstand. |
Es wird Zeit für die Heimfahrt. Wir müssen noch ein Stück weit durch den Wald fahren. Ich habe mir vorgenommen, in Zukunft öfter mal anzuhalten und einige Schritte durch die Natur zu laufen, die gleich neben der Straße einzigartig schön und idyllisch ist.
Kommt alle gut in die neue Woche.
Naturgrüße von der Pfälzerin 🌳🌱🌿