Mittwoch, 16. September 2020

Steinchen für Steinchen entstand ein Kunstwerk - Mosaik an der Vogeltreppe

 


Unsere Stadt wurde auf sieben Hügeln errichtet - ähnlich wie Rom - und das heißt, dass es hier viele Treppen gibt. Sie verbinden die unteren und die höher gelegenen Stadtteile miteinander und sind für Fußgänger eine Abkürzung. Gäbe es nur einen Euro für jede Treppenstufe, die ich hier gegangen bin, wäre ich ziemlich reich.

Zum Sektempfang anlässlich der Hochzeit einer Kollegin wählte ich als Fußweg die Felsentreppe, die von der Schäferstraße in vielen Stufen hoch zur oberen Bahnhofstraße führt. Sie wurde an den Fels gebaut und am unteren Ende hat man ein ziemlich hässliches Betongebilde errichtet.

Die Wände dieses unteren Teiles der Treppe wurden im vergangenen Jahr unter Regie einer aus Chile stammenden Künstlerin mit Mosaiken verziert. Einhundert Künstler aus 24 Ländern haben Motive entworfen und vorgefertigt. Hier in Pirmasens wurden sie zu einem Gesamtkunstwerk zusammengefügt.

Schon einmal habe ich im Blog darüber berichtet. Klick hier.







Ich hatte an diesem Tag noch ein bisschen Zeit und schaute mir die Mosaiken genauer an. Jeder einzelne Vogel ist ein kleines Kunstwerk. Man kann sehen, dass die Motive aus vielen kleinen Steinen bestehen, die harmonisch ein Gesamtbild ergeben.



























Man nennt sie jetzt "Vogeltreppe", weil das Mosaik mit Motiven aus Flora und Fauna gestaltet wurde.

Die Presse verkündete bei der feierlichen Eröffnung im vergangenen Jahr, dass dies ein einmaliges Projekt für die Stadt und sogar für ganz Deutschland sei.

Entgegen aller Unkenrufe wurde hier bisher nichts beschädigt und viele Passanten bleiben vor den Mosaiken stehen, um sie zu bewundern.

Fast hätte ich vor lauter Schauen vergessen, dass ich noch was vorhabe. Flugs gehe ich weiter, immer die Treppenstufen hoch.

Na ja, ab und zu blieb ich doch noch mal stehen, weil die Motive einfach zu schön sind. 😊
























Der obere Teil der Treppenanlage bis zur Bahnhofstraße ist völlig unspektakulär. Viele Treppenstufen führen steil nach oben und man braucht ziemlich Puste, bis man sie bewältigt hat. Schön ist der Anblick hier oben nicht mehr.

Zudem war es an diesem Tag wieder sommerlich heiß und die Hitze ist nachmittags zwischen dem vielen Beton fast unerträglich.



👰

Liebe Grüße von der Pfälzerin, die an diesem Tag ein wenig aus der Puste geraten ist, aber noch rechtzeitig zur Hochzeitsfeier kam. 

Samstag, 12. September 2020

Heute zieren Herzen die Wände - Area One Fischbach

Graffiti an der Mauer des ehemaligen Bunkers.


Im letzten Beitrag habe ich lila Impressionen aus einer Heidelandschaft gezeigt, die von  Menschen gemacht wurde. Sie gehört zu der Area One in Fischbach, einem ehemaligen Sonderwaffendepot, dessen Flächen jetzt unter Naturschutz stehen.

Schon in meinen Beiträgen Area One im Gartenblog und Fischbach bei Dahn Area One in diesem Blog habe ich das Gelände beschrieben.


Area One liegt zwischen der Ortschaft Ludwigswinkel und dem Gewerbegebiet Fischbach und ist über einen Wanderweg, dem Rumberg-Steig, von der Ortsmitte Ludwigswinkel aus erreichbar. Wer sich auskennt (so wie wir), der wandert allerdings lieber über befestigte kleine Straßen durch den Wald. Sie dienten früher dem Militär zur Fortbewegung und sind jetzt als Radwege gewidmet.



Wir  sind am Sonntag erneut durch das Gebäude und die Außenanlagen gestreift. Es hat nichts von seiner Faszination verloren, auch wenn die Natur sich seit dem letzten Besuch vor einem Jahr ein ganzes Stück weiter ausgebreitet hat.

Der Verein hat hier gründlich aufgeräumt und nun sind die Gebäude immer offen. Man darf nach Herzenslust das Gebäude und auch die Außenanlagen erkunden. 






Da wir vor einem Jahr schon einmal im Gebäude waren, ging ich diesmal nur im Erdgeschoss einmal durch. Immer noch sind die Wände innen und außen mit Graffiti besprüht. Man erkennt auch neue Werke, die erst kürzlich entstanden sind. So wie die Herzen auf meinem heutigen Titelfoto.

Drinnen ist es immer noch duster und alle Räume sind leer.






Dabei interessiert uns nicht die ehemalige militärische Nutzung. An Krieg ist nichts schön. Vielmehr gefällt uns, was sich hier alles an Pflanzen angesiedelt hat, die man nicht mitten im Wald vermuten würde.

Ich entdeckte Obstbäume mit unbekannten Früchten. Es handelt sich hier wohl um Holzäpfel. Sie sind winzig klein und hart.








Wir haben auch Bäume mit essbaren Äpfeln gefunden.  Wieso sie hier wachsen weiß ich nicht. Vielleicht haben Vögel die Samen hergebracht? Oder die Militärs hatten sie damals angepflanzt? Keine Ahnung. 







Man findet hier auch viele Hagebutten.












Mir sind die offenen Schießstände auf dem Gelände aufgefallen. Man kann sie betreten, aber sie sind leer.











Von hier drinnen kann man raus in die Heidelandschaft schauen. Sie ist von Menschen gemacht. In den Jahren, als hier die Besatzungsmächte waren, wurde der Wald kurz gehalten. Man brauchte freies Sichtfeld. Nur deswegen konnte sich die Heide ausbreiten.

Die Flächen mit Heidekraut umfassen das Areal der ehemaligen Station, etliche Betonflächen, die einmal Hubschrauberlandeplätze waren, sowie 20 Bunker, die völlig in die Natur integriert sind.


Von den heute noch erhaltenen Bunkern sieht man nur bewachsene Erdhügel.











Auf den Freiflächen wuchern auch Goldruten und wilder Majoran. Das ist ein Eldorado für Insekten. Ich konnte viele Bläulinge sehen, die von Blüte zu Blüte torkelten.

Der Anblick der gelb blühenden Goldrute im September ist herrlich. Sie passt farblich zum lila Heidekraut. Die Natur kann's halt am besten!





Alle Betonflächen, die einmal als Hubschrauber-Landeplätze dienten, werden ebenfalls von der Natur eingenommen.
Aus den Ritzen sprießen Bäumchen, Gräser und andere Gewächse.








In großen Büscheln wächst der Rainfarn, der mit seinen gelben Knopfblüten Insekten anlockt.







Noch einmal richte ich den Blick auf die alten Gebäudeteile, ehe wir den Heimweg antreten.




Der markante Turm wirkt vor dem bewölktem Himmel düster. Aber kurz darauf haben sich die Wolken verzogen und es schien wieder die Sonne.








Auf dem Weg zurück zum Waldparkplatz ist der Weg gesäumt von Schlehensträuchern, die sich unter der Last ihrer Früchte biegen.



Während ich auf dem Area-One-Gelände keine Brennesseln sah, ist der Parkplatz von dichten Beständen umgeben.

Auch wenn wir Menschen die Pflanzen mit den Brennhaaren nicht mögen, sind sie wertvolle Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen. Hier ist ihr Bestand gesichert.



Diesmal waren auffallend viele Wanderer unterwegs und wir waren nicht alleine im Wald, wie sonst. Das Fremdenverkehrsamt des Dahner Felsenlandes meldet "Ausgebucht". Das heißt, alle Fremdenzimmer, Ferienwohnungen, Campingstellplätze usw. sind vergeben. Tatsächlich trafen wir Wanderer, die berichteten, dass sie bis nach Pirmasens fahren mussten, um einen Übernachtungsplatz zu finden. 

In unserem Pfälzerwald ist momentan viel los. Herbstzeit ist Wanderzeit und dann kommen die Leute gerne zu uns.

Liebe Grüße von der Pfälzerin, die ganz sicher irgendwann mal wieder hierher in die Heide kommt.