Sonntag, 12. Juni 2022

Bummel durch eine charmante Altstadt - Bad Bergzabern

Das Bergzabener Land feierte gerade die alljährlichen Rosenwochen, als ich am Mittwoch mit Herrn Pfälzer dort war.




Er hatte einen Arzttermin und ich habe ihn nach Bad Bergzabern begleitet. Eigentlich wollten wir an diesem Tag nach Cochem an der Mosel fahren und die Burg besichtigen, aber seine andauernden Schmerzen in den Beinen haben dafür gesorgt, dass wir unseren Plan ändern mussten.

Zum Glück, denn so kam ich in den Genuss, über zwei Stunden lang ganz in Ruhe durch die Altstadt von Bad Bergzabern und interessante Geschäfte bummeln zu können.

Hach, war das schön, nach Herzenslust durch einige Läden zu schlendern, mir in der Mittagszeit einen kleinen Imbiss in der Bäckerei zu holen und in der Fußgängerzone auf einer Bank zu essen. Ich liebe es, Passanten zu beobachten.


Der Ludwigsplatz mit Brunnen und Cafés.



Der Kutschenwagen am Restaurant Weinschlössl und dahinter stehen schöne Villen.



Umgedreht ein Blick auf die Haupt-Geschäftsstraße.


Von den Rosentagen habe ich so gut wie nichts mitbekommen. Es finden in der Stadt und den Orten rings herum verschiedene Events mit Live-Musik statt. In der Südpfalztherme gibt es eine Rosen-Harmonie-Massage mit Rosensecco. Leider hatte ich keinen Termin und es blieb für mich bei einem ausgiebigen Rundgang durch den historischen Stadtkern.

Meinen persönlichen Stadtbummel habe ich am Ludwigsplatz begonnen, direkt an der Durchgangsstraße mit entsprechend viel Verkehr und den meisten Geschäften. Gekauft habe ich nichts, denn das hätte ich über zwei Stunden herumtragen müssen.

(Anmerkung: Momentan wird eine Umgehungsstraße gebaut. Wenn sie fertig ist, wird der Durchgangsverkehr in der Stadt reduziert werden.)

Am Restaurant Weinschlössl bin ich abgebogen und den Berg hoch bis zum Dicken Turm gegangen. Hier verläuft ein Teil des Stadtmauer-Rundweges. Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind noch etwa die Hälfte der Mauern und Gebäude erhalten. Man kann den Bodentafeln folgen und kommt an 12 Sehenswürdigkeiten vorbei. Das aber habe ich diesmal nicht gemacht, sondern bin nach Belieben herumgeschlendert.

Heute ist die Stadt flächig viel größer als früher und deshalb befindet sich die ehemalige Stadtmauer nun mitten in der Stadt. 


Die Wasserverteidigung an der ehemaligen Stadtmauer.



Auch der Dicke Turm gehörte zur Stadtmauer. Von hier aus wurde mit Kanonen
auf Angreifer gefeuert.


🏰






Ich komme am Gasthaus Engel (erbaut im 16. Jahrhundert) vorbei, das zu den schönsten Renaissance-Bauten in der Pfalz zählt.




Hier wird der unterirdisch verlaufende Erlenbach für wenige Meter sichtbar. Im Kurpark hat man ihn auch wieder freigelegt, aber dorthin kam ich diesmal nicht. Er ist sehr weitläufig und in dem Café an der Therme kann man leckere Waffeln mit Sahne und Kirschen oder Erdbeeren essen. Das hebe ich mir für ein anderes Mal auf, wenn wir wieder Bad Bergzabern besuchen.



Nun habe ich das prachtvolle Schloss erreicht. Mit der Weitwinkelfunktion meiner Kamera kann ich es als Ganzes aufs Bild bekommen. Das Schloss ist das Wahrzeichen der Stadt und hier residierten einst die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken. Erbaut wurde es im 12. Jahrhundert und im Bauernkrieg 1525 zerstört. Nach einem teilweisen Wiederaufbau wurde es im Holländischen Krieg 1676 durch französische Truppen erneut zerstört. 1720 erfolgte ein Wiederaufbau und 1909 ist es ausgebrannt. Danach wurde es in der heutigen Form aufgebaut und jetzt sind hier die Räume der Öffentlichen Verwaltung untergebracht.



Ach, könnte ich nur den herrlichen Rosenduft zu Euch schicken, der von den blühenden Rosenbäumchen vor dem Schloss die Luft erfüllt!




Nun geht es zurück durch die Gassen der Altstadt zur Marktkirche. Dort auf dem Marktplatz werde ich Herrn Pfälzer erwarten, denn er hat mir einen Eisbecher in unserem Lieblings-Eiscafè versprochen. 

Beachtet auch die bunten Blumenkübel, die alle unterschiedlich bepflanzt wurden.





Ein bisschen Geschichte von der Stadt:



Bad Bergzabern hat das Klima der Oberrheinischen Tiefebene, welche in Deutschland die mildesten Winter und wärmsten Sommer aufweist. Diese günstigen Bedingungen sorgen dafür, dass hier Wein, Mandelbäume, Esskastanien, Feigen und Kräuter gedeihen, denen es eigentlich in Deutschland zu kühl wäre.

Die Stadt ist entstanden, als im Jahr 1520 der damalige Herzog Ludwig II. eine bestehende Burg in eine herzogliche Residenz umbauen ließ. Allerdings war der Ausbau erst zwei Generationen später (unter Johann I. im Jahr 1579) vollendet. 

Heute lebt die Stadt als Heilklimatischer Kurort und Kneippheilbad zum größten Teil vom Kurbetrieb. 

🌇

Übrigens, ich habe meinen versprochenen Eisbecher bekommen und er war lecker! 


Mmmm, ein leckerer Krokantbecher!


Liebe Grüße von der Pfälzerin

Dienstag, 7. Juni 2022

Versteckte Rosengärten

Impression vom Rosengärtchen in Schmitshausen.


Der Monat Juni ist der Monat der blühenden Rosen. So lag es nahe, am Pfingstmontag einen Ausflug zu Rosengärten in der Region zu machen. Allerdings sind wir nicht zum bekannten Rosengarten der Stadt Zweibrücken gefahren, sondern haben zwei andere (versteckte) Rosengärten besucht. 

Das Freizeitgebiet Tschifflik in Zweibrücken war eines unserer Ziele an diesem Tag. Hier stand einst das Lustschloss des polnischen Königs Stanislaus I., der gleichzeitig auch Großfürst von Litauen war und hier in Zweibrücken Asyl fand. Im Tal nahe der Stadt Zweibrücken ließ er in den Jahren 1715 und 1716 eine Sommerresidenz erbauen. 






1887 erwarb die Stadt Zweibrücken das Tschifflik (ist bulgarisch und heißt übersetzt 'Landgut') und es entstand eine Fasanerie. Heute befinden sich hier das Hotel Fasanerie und eine Freizeitanlage, die allerdings nicht unser Tagesziel waren, obwohl wir einmal durchspaziert sind.

 Danach haben wir den benachbarten Wildrosengarten besucht, zu dem nur ein unscheinbares Schild hinweist. Die Anlage wird nicht beworben und ist nur Ortskundigen ein Begriff.


An der Barockstraße, gegenüber dem Hotel Fasanerie, befindet sich der Zugang
zum Wildrosengarten.






Leider musste ich mit Bedauern feststellen, dass im Vergleich zu der Zeit vor etwa 12 Jahren, als ich zum ersten Mal hier war, viele Rosensträucher fehlen. Sie sind den viel zu trockenen, heißen Sommern zum Opfer gefallen. Denn der Wildrosengarten wird so gut wie nicht vermarktet und entsprechend wenig gepflegt.

Einst wollte man hier in wild-romantischer Kulisse eine Art Museum für Rosen gestalten, mit echten Pflanzen. Vor allem Wildrosen in allen möglichen Formen und Farben sind hier zu sehen. Ein Rosenarchiv informiert über alte Rosensorten und Züchtungen, die inzwischen vom Markt verschwunden sind. Man kann im Wildrosengarten einige alte Sorten noch in echt bewundern und sich an ihren herrlichen Duft erfreuen.




Der Wildrosengarten ist ganzjährig geöffnet und kostet keinen Eintritt. Allerdings darf man nicht das Blütenspektakel wie im bekannten Zweibrücker Rosengarten (dieser kostet Eintritt und wird kommerziell vermarktet), sondern man kann sich in Ruhe über Form und Farben von Wildrosensträuchern und Blüten informieren und wenn man Glück hat, findet man noch die Namensschilder an den Pflanzen.

🌹🌹🌹

An diesem Tag haben wir noch einen weiteren, versteckten Rosengarten besichtigt. In Schmitshausen, dem selbsternannten Rosen- und Europadorf der Pfalz (440 Einwohner und ca. 10.000 Rosenstöcke) auf der Sickinger Höhe blüht die Königin der Rosen in Gärten, Grünanlagen und im Rosengärtchen neben dem Friedhof, das wir besucht haben.












Wir kommen mindestens einmal pro Jahr zum Rosengärtchen. Manchmal besuchen wir es noch ein zweites Mal im Herbst, wenn die letzten Rosen blühen.

Hier habe ich mich damals vor dem Anlagen meines eigenen Gartens über die Blüten und Wuchsformen von Beet-, Strauch und Edelrosen informiert. Ein Rosenliebhaber wird hier nicht enttäuscht wegfahren, sondern sich freuen, auf einer relativ kleinen Fläche ungefähr 800 Rosenstöcke der verschiedensten Sorten bewundern zu können.




Das Rosengärtchen in Schmitshausen wurde im Stil eines Klostergartens angelegt. Geplant wurde es von dem Rosengärtner der Insel Mainau, Josef Raff, im Jahr 1999.

Das Rosengärtchen ist ganzjährig zugänglich und kostet keinen Eintritt.

🌹🌹🌹

Nach so viel Rosenduft bekamen wir Lust auf  Erdbeeren, die jetzt ebenfalls Saison haben. Wir haben an einem Erdbeerfeld angehalten und am Verkaufshäuschen einige Schalen der leckeren Früchte gekauft. Auf dem Feld waren Leute fleißig beim Pflücken, das wäre günstiger geworden, aber meine Knie erlauben es leider nicht.

Auch die Heimfahrt über die Sickinger Höhe war ein Genuss. Wir hatten noch den Rosenduft in der Nase und leckere Erdbeeren im Mund.


Ein Getreidefeld auf der Sickinger Höhe.

Leckere und duftende Grüße von der Pfälzerin

Mittwoch, 30. März 2022

Flanieren unter rosa Blüten und ein erster Eisbecher der Saison - Annweiler am Trifels

 



Sind sie nicht wunderschön, diese blühenden Zierkirschbäume?

Man fühlt sich wie im Rausch, wenn man durch die Allee mit den Japanischen Blütenkirschen (Prunus serrulata) läuft und der Himmel strahlend blau und die Luft angenehm warm ist.
Manche Sorten blühen schon Ende März, andere im April oder Mai.













Stört mich nicht in meinen Träumen

(22. August 1836,  Hoffmann von Fallersleben)

Stört mich nicht in meinen Träumen
Laßt mich, wie ich will, genießen.
Laßt mich ruhen, laßt mich lauschen
und im Schau'n die Zeit verbringen!
Laßt mich unter Blütenbäumen
Sehen, wie die Quellen fließen,
Hören, wie die Blätter rauschen
Und die Vögel lieblich singen!
Sagt, was soll ich sonst beginnen?
Sagt, was soll ich mehr gewinnen?
Laßt mich unter Blütenbäumen
So im Schau'n die Zeit verbringen!
Laßt mich ruhen, laßt mich lauschen,
Laßt mich, wie ich will, genießen
Stört mich nicht in meinen Träumen,
wenn ich unter Blütenbäumen
Meine Zeit so will verbringen.


Dieses Gedicht von Hoffmann von Fallersleben habe ich zufällig entdeckt und fand es zu meinen Aufnahmen von diesem Tag passend.

Wir sind am vergangenen Sonntag wieder mal in Annweiler am Trifels, der romantischen Stauferstadt im Landkreis Südliche Weinstraße, gewesen.. 
Dorthin habe ich Euch schon öfter mitgenommen.


In der Nacht zuvor wurden die Uhren auf Sommerzeit eingestellt. Der Tag wirkte auf mich ein wenig verschoben. Mit der Zeitumstellung wurden wir regelrecht in einen Frühsommertag katapultiert. 
Bis zum frühen Nachmittag waren wir im Garten, hatten den Grill angefeuert und lecker gegessen.
Danach bekamen wir Lust auf den ersten Eisbecher der Saison und sind hierher nach Annweiler gefahren. Auf dem Marktplatz befindet sich eine italienische Eisdiele mit Sitzplätzen im Freien.

Nach dem Flanieren durch die Allee der blühenden Bäume hatten wir den Rathausplatz erreicht.








Das Eiscafe war gut besucht, aber wir fanden einen Tisch für uns im Freien. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie lecker der Walnuss- Eisbecher geschmeckt hat?

Danach schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt.


Hier am Rathausplatz steht auch die protestantische Stadtkirche.






Aus der offenen Tür erklangen die Klänge eines Orgelspieles. Wir
lauschten eine Weile und gingen dann weiter.



Ein Brunnen oberhalb der Kirche.





Durch eine schmale Gasse gelangten wir in die Gerbergasse und dann in die Wassergasse in  der historischen Altstadt.


Die restaurierte Stadtmühle war ursprünglich eine Getreidemühle und später 
zur Stromerzeugung umgebaut. Heute ist das gläserne Mühlenhaus ein Freilichtmuseum.



Keine Dekoration, dies ist eine echte Ente.



Wunderschöne Fachwerkhäuser neben der eingefassten Queich.











Wir sind in der Brunnengasse am sogenannten Schipka-Pass angekommen. Es schaut hier aus wie im Mittelalter.





Diese alte Aufnahme habe ich von einem Plakat abfotografiert.



Durch den Schipka-Pass blickt man auf einen neuen Teil der Stadt.



Einmal umgedreht schaut man auf die Altstadt mit den Fachwerkäusern und den
Queich-Brücken.



Hier dreht sich noch ein Mühlrad. Es gehört zum Heimatmuseum.





Das Wasser rauscht und das alte Mühlrad dreht sich langsam und stetig. Das wirkt sehr beruhigend und entspannend. Auf lauschigen Bänken kann man sich ausruhen und die Stimmung genießen.

Hinter dem Schipka-Pass beginnt der moderne Teil der Stadt. An den sonnigen Queichtreppen herrschte Trubel. Kinder lachten und tobten herum, während die Erwachsenen gemütlich saßen und die Sonne genossen.




Wir schauen hoch zur Burg Trifels und verabschieden uns von unserer Lieblingsstadt. Es wird Zeit für die Heimfahrt.




Nun ist es vorerst vorbei mit dem schönen Wetter. Es hat in der vergangenen Nacht geregnet und das ist gut, denn die Natur braucht die Feuchtigkeit dringend. Bis zum Wochenende wird es wieder kalt und es können Schnee- und Graupelschauer auftreten. Der April kündigt sich so launisch an, wie sein Ruf es verlangt.

Liebe Grüße von der Pfälzerin