Sonntag, 15. August 2021

Naturschatzsuche am Klosterbrunnen


Heute sind wir unterwegs im Wald. Unsere kleine Wanderung beginnt an der Klosterbrunnen-Schutzhütte. Wir sind gespannt, welche Naturschätze wir heute finden können.

Natürlich suchen wir keinen Gold- oder Piratenschatz (das wäre hier sinnlos), sondern wir wollen die Schönheiten der Natur entdecken und vielleicht einige essbare Pilze mit nach Hause nehmen.


Die Klosterbrunnen-Schutzhütte.


Der Klosterbrunnen gehörte früher zum Kloster Hornbach. Ein Quelle speist drei Teiche, in denen Forellen gezüchtet wurden. Später wurden sie an Privatleute verpachtet. Heute kümmert sich kaum noch jemand darum und sie sind nur noch ein Lebensraum für Amphibien.

Als der Pfälzerwaldverein im Jahr 1950 die Schutzhütte baute, entdeckte man bei Erdarbeiten die Reste einer uralten Siedlung. Fundamente von drei Gebäuden und das Fenster einer Kapelle wurden frei gelegt.

Das Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz in Speyer stellte fest, dass es sich um eine sogenannte 'Wüstung' aus dem Mittelalter, dem Vorläufer eines Dorfes handelt. Schon viel früher siedelten hier Menschen, denn erste Spuren weisen auf das Jahr 850 n. Chr. und die Wissenschaftler sind sicher, dass hier ein Kloster stand, das zu Missionszwecken diente. Diese Anlage gilt heute als der Ursprung des Dorfes Lemberg in der Pfalz.




Die Schutzhütte bietet müden Wanderern die Möglichkeit, sich auszuruhen und den mitgebrachten Proviant zu verzehren. Zudem findet man hier Schutz bei Regen und Gewitter.






Wir lassen die Schutzhütte links liegen und gehen zu der Quelle, deren Wasser drei Teiche speist.




Die Teiche sind umgeben von Gestrüpp. Der obere Teich hat noch klares Wasser, aber die beiden unteren Teiche sind mit Wasserpflanzen bedeckt.






Wir gehen einen Weg rechts an der Hütte vorbei. Er führt den Berg hoch.




Diese Steintürme sind ein Gruß von Wanderern.


Hier entdecke ich meinen ersten 'Schatz'. Es ist eine Kolonie von Stockschwämmchen auf dem Strunk eines Buchenbaumes.

Man kann sie essen, aber ich lasse sie stehen. Wir sammeln nur Pfifferlinge und Steinpilze.




Dann haben wir es geschafft und wir sind oben auf dem Berg. Jetzt führt der Weg eben weiter und der Wald lichtet sich.




Wir folgen dem Weg, passieren zwei Kreuzungen und achten darauf, die richtige Abzweigung zu nehmen. 

Das ist nicht schwer, weil an den Bäumen Markierungen angebracht sind.

Weil wir nur einen kleinen Rundweg laufen wollen, gehen wir weiter auf einem bergab führenden Weg.

Ich bin verliebt in die schönen Baumpilze, die bei näherem Hinsehen wie ein Tierfell ausschauen. Es sind Porlinge, die auf abgestorbenem Holz wachsen.






Ein Porling.


Ich entdecke auch Zunderschwämme, das sind ebenfalls Baumpilze.

Sie sind hart wie Holz und wurden früher als Glimm-Material oder zum Färben von Kleidung verwendet.



Ein Zunderschwamm.

Ein Stück weiter finde ich an einem anderen Baumstumpf einen hellen Baumpilz, der noch ganz frisch ist. Es handelt sich hier wohl um einen jungen Zunderschwamm.




Da es hier unzählige Baumstümpfe gibt, kann ich viele Sorten von Baumpilzen finden. 

Baumpilze besiedeln altes Holz und bauen es mit der Zeit ab. Es gibt unterschiedliche Gruppen.

Wir schauen auch nach Bodenpilzen. Bald haben wir einen herrlichen Steinpilz und einige Pfifferlinge gefunden und packen sie in unsere Stofftasche.

Andere Pilze fotografiere ich nur. Von den wenigsten kenne ich den Namen.


Pilz, dessen Name ich nicht kenne.


Kleine schwarze Käfer entdeckt man häufig bei uns im Wald. Es sind Mistkäfer, die den Wald aufräumen. Sie leben, wie ihr Name schon verrät, vom Dung und sie bevorzugen frischen Dung.

Den rollen sie in kleinen Kugeln in eine Kammer, legen ihre Eier hinein und verschließen den Eingang mit Lehm. Nach einem Jahr sind die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, ausgewachsen und verpuppen sich.


Ein Mistkäfer auf einem Baumstumpf.

Als ich durch das lichte Unterholz gehe, um nach essbaren Pilzen Ausschau zu halten, entdecke ich etwas, das mich zornig macht. Irgend jemand hat Siedlungsabfälle hier mitten im Wald abgeladen.

Reste von Pflanztöpfen und Thuja-Heckenschnitt hat dieser Umweltsünder einfach in die Landschaft geworfen. Muss das denn sein?



Der Rundweg bringt uns nun wieder zurück an die Klosterbrunnen-Schutzhütte.






Es gibt Wanderwege in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Längen.

Sollte jemand gerne wandern und Informationsmaterial benötigen, bin ich gerne behilflich. Unser Fremdenverkehrsamt verschickt auf Wunsch Wanderkarten und Flyer von den markierten Wegen.

Für heute mache ich Schluss. Bis zum Parkplatz, auf dem unser Auto steht, ist es nur noch einen halben Kilometer zu laufen. Daheim wartet ein selbst gebackener Käse-Mandarinen-Kuchen auf uns hungrige Naturfreunde.

Liebe Grüße von der Pfälzerin

Sonntag, 25. Juli 2021

Exkursion durch die Stadt - Kaffeetreppe und Schäferstraße


Projekt 'Essbare Stadt'; hier Anlagen in der Schäferstraße.


Es sind Sommerferien in Rheinland-Pfalz, aber ich muss arbeiten. Zu Beginn der Woche in der Mittagszeit, nachdem ich im Büro fertig war, lief ich in die Fußgängerzone, um eine Besorgung zu erledigen.

Dort war ich seit dem Oktober 2020 nicht mehr. Einige Geschäfte sind nicht mehr da und viele Läden stehen leer. Das ist für mich ein trauriger Anblick. Nachdem ich meinen Einkauf getätigt hatte, wollte ich mich hier nicht weiter aufhalten. Ich beschloss, über die Kaffeetreppen hinab zur Schäferstraße zu laufen und dort noch einen neu eröffneten Second-Hand-Laden zu besuchen.

Über die Kaffeetreppen bin ich schon jahrelang nicht mehr gegangen. Sie verbinden die Bahnhofstraße an der Einmündung zur Fußgängerzone mit der Schäferstraße, einer der wichtigsten Durchfahrtsstraßen der Stadt.

Wie kam die Kaffeetreppe zu ihrem Namen?

Hier unterhalb der Treppe wohnte früher ein reicher Bauer, der es sich leisten konnte, echte Kaffeebohnen zu rösten. Damals trank man bei den ärmeren Leuten entweder Malz- oder Zichorienkaffee.

Der Duft der frisch gerösteten Kaffeebohnen zog von unten von der Gasse die Treppen hoch. Seither heißt die Gasse unten 'Kaffeegasse' und die Treppe ist die 'Kaffeetreppe'. Der Name wurde bis heute so beibehalten. (Meine Quelle: Autoguide der Stadt).

 


Auf diesen Anblick aber war ich nicht gefasst. Ich wusste, dass die Kaffeetreppe nicht zu den schönen Treppenanlagen der Stadt gehört, aber dass hier alles so verkommen ist, hat mich echt schockiert.

Zwischen den Hausfassaden beginnt der Treppenweg. Die Wände der Häuser sind mit Graffiti verschmiert und die Mülltonnen und die Ecken riechen übel.

Von einer Grünanlage ist hier nichts mehr zu sehen. Alles ist mit Brennnesseln zugewachsen und sie sind mannshoch.



Immerhin habe ich hier viele Schmetterlinge gesehen. 🐝 Insekten scheint es hier zu gefallen.



Vorsichtig, damit mich die Ranken der Brombeeren nicht fassen, ging ich die Treppe hinab.


Blick über die Kaffeetreppe bis zur Polizeidirektion.






Dann habe ich es geschafft und bin unten angekommen in der Kaffeegasse.

Hier stehen einige ungepflegte Häuser, die sichtlich nicht mehr bewohnt sind.




Früher, vor etwa vierzig Jahren ging ich hier jeden Tag runter. Denn dort wo jetzt ein Bauzaun steht, wohnte die Oma meines jetzigen Ehemannes. Nach der Arbeit habe ich sie immer besucht und bin von hier aus zur Fahrschule gelaufen.

Das dreistöckige kleine Mietshaus ist verschwunden. Es wurde vor einigen Jahren abgerissen und seitdem versperrt ein Bauzaun das Gelände mit dem Wildwuchs. Dahinter auf dem Berg erkennt man das mächtige Gebäude der ehemaligen Schuhfabrik Kopp, die leer steht.


Blick über einen Bauzaun an der Ecke Kaffeegasse / Schäferstraße auf die ehemalige
Schuhfabrik Kopp.

Die ehemalige Koppsche Schuhfabrik sollte vermarktet werden. Jedoch hat sich bis heute nichts getan und so steht das riesige mehrstöckige Gebäude nach Jahrzehnten immer noch leer.

Nun hörte ich, dass der 9.500 Quadratmeter umfassende Bau einen neuen Käufer gefunden haben soll. Der neue Besitzer will hier nach einem Umbau betreutes Wohnen anbieten.

Mal schauen, was wird!


Die Schäferstraße ist eine wichtige Verkehrsachse durch die Stadt. Sie verläuft parallel zu einem Sandsteinfelsen, der die Stadtteile voneinander trennt.

Über verschiedene Treppen können Fußgänger hoch zur Fußgängerzone gelangen.




Die Grünanlagen in der Schäferstraße sind sauber und gepflegt und gehören zum Projekt 'Essbare Stadt'.














Hier sind schöne Blumenbeete, Gemüsebeete und Spalierobst zu sehen.

Welch ein Kontrast zu den Kaffeetreppen!

Ich besuche nun den neuen Second-Hand-Laden und bin enttäuscht. Normalerweise stöbere ich gerne mal in solch einem Geschäft, aber dieses ist nicht schön und keines seiner Angebote gefällt mir.

Außerdem ist mir heiß, die Knie schmerzen und ich freue mich, dass ich in 10 Minuten an meinem geparkten Auto bin und nach Hause fahren kann.

Ich drehe mich um, um noch eine Aufnahme von der mächtigen Kopp'schen Fabrik droben auf dem Felsen zu machen. Im Hintergrund auf der folgenden Aufnahme seht Ihr die wesentlich schönere Felsentreppe mit ihren Mosaiken, die ich im vergangenen Jahr Klick hier vorgestellt hatte.



Liebe Grüße von der Pfälzerin

Sonntag, 11. Juli 2021

Oase der Stille mitten in der Stadt - Stadtpark Alter Friedhof

In der Zeit von 1973 bis 1976 wurde der Alte Friedhof  in einen Stadtpark umgewandelt. Bestattungen finden seitdem nur noch auf dem neueren Waldfriedhof am Stadtrand statt.

Dabei wurden viele alte Grabstätten, teilweise aus dem Zeitraum um 1800, erhalten und in den Park integriert. Dies ist ein Stadtteil, in den ich selten komme. Aber in dieser Woche hatte ich einen Friseur-Termin und mein Weg führte mich mitten durch den Park.




Ehe ich den Haupteingang am Carolinensaal erreiche, muss ich den stillen Park durchqueren. Ich parke genau auf der anderen Seite, weil man dort immer freie Parkplätze findet.

 Unter dem Blätterdach der alten Bäume ist es schattig und still. Es ist eine grüne Oase mitten in der Stadt.







Am Mittwoch schien nach einigen Regentagen mal wieder die Sonne und mir machte deshalb das Flanieren im Park doppelt soviel Freude.

In die Sandsteinmauer, die den Park umschließt, wurden alte Grabplatten eingemauert und sogar ein hoher Grabstein integriert. Gut, dass man sie nicht einfach weggeworfen hat.

Die Inschriften sind teilweise noch lesbar.






Kurz bevor ich den Carolinensaal erreiche, sehe ich, dass die Stadtgärtner die Grasfläche nicht gemäht haben und deshalb blühen hier gelbe Wildblumen. 






Der Carolinensaal war auf dem früheren Friedhof die Aussegnungshalle und jetzt wurde daraus eine Kultur- und Eventhalle. Hier befindet sich der Haupteingang zum Stadtpark mit besonders schönen Beeten.

Endlich konnte ich mir die neu angelegten Blumen- und Gemüsebeete anschauen. Es wachsen neben Sommerblumen auch Mangold, Chili, Tomaten, Pfefferminze und Kräutern. Diese Anlage gehört mit zur Aktion "Essbare Stadt", die ich im vorherigen Beitrag vorgestellt habe.






Könnt Ihr das Gemüse und die Kräuter zwischen den Blumen entdecken? 

Ungewöhnlich ist auch die Dekoration der Stadtgärtner aus alten Gebrauchsgegenständen. Wer hat denn all die Laubrechen benutzt, aus denen Windräder entstanden sind?











Es wird Zeit für meinen Termin. In der Darmstädter Straße entdecke ich ein Schild, das für die Blumenwiesen in der Stadt wirbt. Allerdings steht es ohne Wiese neben einer Straße. 




Nach dem Friseur bin ich noch in den Fabrikverkauf der Schuhfabrik Semler gegangen, der sich ganz in der Nähe befindet.

Hier in Pirmasens werden Bequemschuhe in einer modernen Ausführung für Damen gefertigt. Es gibt tolle Sneakers und Sandalen in der Schuhweite H. Da mir die Mustergröße 4 1/2 passt, kann ich Schuhe günstig kaufen.

Das sind die kleinen Annehmlichkeiten, die ich nach der Lockerung genieße. In der Stadt sind momentan so gut wie keine akuten Corona-Fälle. Tageweise waren die Inzidenzwerte 0,00. Dennoch müssen wir uns alle an die geltenden Regelungen halten und beim Einkaufen Mund- und Nasenbedeckung tragen.

Da es ausdrücklich erlaubt ist, sich an reifem Gemüse zu bedienen, habe ich mir in unterwegs einige rote Chilis gepflückt. Daheim habe ich festgestellt, dass sie ziemlich scharf sind. Wenn sie getrocknet sind, mache ich mir davon ein Chili-Gewürz-Salz.



Liebe Grüße von der Pfälzerin

Sonntag, 4. Juli 2021

Essbare Stadt mit Bienenfutter-Automaten - Pirmasens

Unsere Stadt punktet in diesem Sommer nicht nur mit dem Programm "Essbare Stadt", sondern trägt auch noch ihren Teil zu einer Insekten-Vielfalt hinzu.




Es gibt vor dem Rathaus am Exerzierplatz in Pirmasens einen ehemaligen Kaugummi-Kasten, aus dem man sich für 50 Cent ein Döschen mit Samen ziehen kann. Daraus wachsen dann bienenfreundliche Pflanzen, wenn man sie aussät.

Diese Aktion entstand aus einer Initiative des Jugendstadtrates. Es geht ganz einfach: 50-Cent-Münze einwerfen, wiederverwertbare Kapsel mit Samen entnehmen und aussäen. Die leeren Kapseln werden wieder zurückgenommen und händisch von Menschen mit Unterstützungsbedarf neu befüllt (Zitat von der Internetseite der Stadt).


Welche Samen genau in den Kapseln sind, weiß ich leider nicht. Es sollen
zwei unterschiedliche Sorten von bienenfreundlichen Samenmischungen sein.


Leider habe ich es nicht geschafft, selbst in die Stadtmitte zum Rathaus zu gehen. Der Garten, die Arbeit im Büro und daheim, sowie unser Enkelkind benötigen all meine freie Zeit.

Jedoch finde ich die Idee toll!


Da ich täglich ein Stück die Bahnhofstraße entlang gehe, kann ich einige Beete zeigen, die mit Sommerblumen und Gemüse gleichzeitig bepflanzt wurden. Sie befinden sich in der Schützenstraße, einer Verbindung zwischen Bahnhofstraße und Teichstraße.







Es sind nur einige Steintröge, die hier bepflanzt sind.

Vor dem städtischen Krankenhaus, dem Carolinensaal und in der Schäferstraße gibt es große Anlagen mit Obst und Gemüse, das von Jedermann geerntet werden darf. 

Dort wachsen unter anderem auch Weintauben, Obstspaliere und unterschiedliche Sorten von Gemüse, sowie Kräuterpflanzen.

🌱🍇🌿


Diesmal schlenderte ich auch mal wieder durch die Rheinberger-Passage, in der zwar kein Gemüse wächst, aber tolle Sommerstauden und Rosen blühen.












Der Sommer kann auch in der Stadt schön bunt sein. Dennoch bin ich lieber daheim in unserem Dorf, weil es dort keinen ständigen Straßenlärm und Trubel gibt. 

Sommergrüße von der Pfälzerin